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Börsengang geplant CureVac strebt an die Nasdaq

Stand: 26.07.2020, 10:48 Uhr

Der deutsche Impfstoffforscher CureVac will so bald wie möglich an die Nasdaq. Für das Unternehmen aus dem Firmengeflecht von SAP-Gründer Dietmar Hopp geht es um viel Geld.

Denn es steht eine mögliche Milliardenbewertung des Tübinger Wirkstoffforschers im Raum, der beim derzeitigen Wettrennen um einen Corona-Impfstoff zu den aussichtsreichsten Kandidaten gehört.

Das Biotech-Unternehmen reichte am Freitag den Entwurf für seinen Börsenprospekt bei der US-Wertpapieraufsicht SEC ein, die Voraussetzung für ein Listing an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq. Dem 283-seitigen Dokument zufolge wird der Börsengang federführend von den Investmentbanken Bank of America (BoFA Securities), Jefferies und Credit Suisse (CS) begleitet. Reuters hatte berichtet, dass der Börsengang im September oder Oktober stattfinden könnte. In dem Prospekt ist noch kein Zeitpunkt vermerkt.

Mehrere Großinvestoren sind schon an Bord

Dietmar Hopp

Dietmar Hopp. | Bildquelle: picture alliance / Uwe Anspach / dpa

Erst in dieser Woche hatte CureVac 560 Millionen Euro frisches Kapital bei neuen Investoren eingesammelt, darunter die deutsche Staatsbank KfW, die für einen 19-Prozent-Anteil 300 Millionen Euro zahlte. Dabei wurde das Unternehmen mit knapp 1,6 Milliarden Euro bewertet. Auch Katar und der britische Pharmariese Glaxo sind bereits bei CurVac an Bord.

Mehrheitseigentümer von CureVac ist die Biotech-Holding Dievini des SAP-Gründers und Investors Dietmar Hopp. Der Milliardär habe sich bereiterklärt, parallel zum Börsengang weitere 100 Millionen Euro in das Unternehmen zu investieren - zum gleichen Preis wie die anderen neuen Aktionäre.

Teure Forschung

Wie viele junge Biotech-Unternehmen braucht CureVac Geld, weil die Entwicklung viel Geld verschlingt und die Einnahmen ohne ein marktreifes Produkt spärlich fließen. Für 2019 weist das Unternehmen bei einem Umsatz von 17,4 Millionen Euro einen Verlust von 99,9 Millionen aus, im ersten Quartal 2021 standen weitere 23,8 Millionen Verlust zu Buche.

CureVac hatte im Juni mit der klinischen Erprobung seines Covid-19-Impfstoffkandidaten begonnen. Die Tübinger setzen - wie die Mainzer BioNTech und der US-Konzern Moderna - auf Impfstoffe auf Basis der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Sie soll menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Eiweißstoffen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. Sowohl Biontech als auch Moderna sind bereits börsennotiert.

rtr/rm