Die Fantastischen Vier
Audio

Die Fantastischen Vier werden nicht verkauft CTS Eventim macht die Rechnung ohne den Wirt

Stand: 23.11.2017, 15:37 Uhr

Bekannte Künstler wie die "Fantastischen Vier" oder "Andreas Bourani" werden von der Berliner Agentur Four Artists vertreten. Kein Wunder, dass Konkurrent CTS Eventim aus dem MDax da zuschlagen wollte - genau wie das Bundeskartellamt.

Die Behörde war nämlich wenig begeistert von potenziellen CTS-Übernahmeplänen und hat jetzt ein Machtwort gesprochen. Die Übernahme von Four Artists wurde untersagt. CTS Eventim sei als der mit Abstand größte Anbieter von Ticketsystemen in Deutschland bereits marktbeherrschend, bescheinigte Behördenchef Andreas Mundt dem Bremer Unternehmen und fuhr fort: "Veranstalter von Konzerten oder Tourneen sind auf CTS ebenso angewiesen wie Vorverkaufsstellen, die Tickets vertreiben wollen."

Eine Abhängigkeit, die bei einer Übernahme aus Sicht des Kartellamtes noch steigen würde. Und so etwas kommt bei Wettbewerbshütern schlecht an. Aus der Traum also, Künstler wie "die Fantastischen Vier", "David Guetta" oder Rea Garvey werden also nicht an CTS "verkauft". Und auch nicht die anderen rund 300 Künsrtler, die Four Artists vertritt.

Weiteres Ungemach droht

Über den Fall "Four Artists" hinaus streiten sich das Amt und CTS Eventim schon seit drei Jahren auch noch in einer anderen Sache. Es geht um den Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung beim Abschluss mit Exklusivverträgen mit Veranstaltern und Vorverkaufsstellen. In dieser Sache kündigte die Behörde jetzt eine baldige Entscheidung an.

Eine Erfolgsgeschichte

Unabhängig vom Ärger mit dem Kartellamt ist das CTS-Geschäftsmodell eine Erfolgsgeschichte. Vor allem der boomende Absatz über das Internet macht sich bezahlt. Bekannt ist das Unternehmen hier durch seinen online-shop "Eventim.de".

Klaus-Peter Schulenberg, CEO CTS Eventim

CTS Eventim-CEO Klaus-Peter Schulenberg. | Quelle: picture-alliance/dpa

Unternehmensgründer, Konzernchef und Großaktionär Klaus-Peter Schulenberg sah sich am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen in seiner Strategie bestätigt. So setzt er zum einem auf stark wachsende Verkäufe von Tickets über das Internet und zum anderen im Geschäft mit Live-Veranstaltungen wie Festivals oder Konzerte auf Zukäufe vor allem im Ausland.

Das jüngste Zahlenwerk wurde von der Börse und Analysten sehr positiv aufgenommen. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 29 Prozent auf rund 746 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um knapp zwölf Prozent auf 120,3 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 61 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr.

Aktie auf Rekordniveau

Auch an der Börse kommt die CTS-Story gut an, der Rückschlag bei Four Artist fällt nicht ins Gewicht. CTS-Papiere setzen am Donnerstag ihren Aufwärtskurs vom Vortag fort und gehören zu den größten Gewinnern im MDax. Am Vortag war die Aktie in der Spitze bis auf 40,50 Euro gestiegen, ein neues Rekordhoch. Aktuell steht das Papier nur knapp darunter.

rm/dpa