Zapfsäule für den Bioethanol-Treibstoff

Südzucker-Tochter erhöht Prognose Cropenergies macht es schon wieder

Stand: 11.10.2017, 10:40 Uhr

Der Biosprithersteller ist auf dem besten Weg, zum neuen Liebling der Börse zu werden. Nach den Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal erhöhen die Mannheimer ihre Jahresprognose. War da nicht schon mal was?

Genau wie nach dem ersten Quartal im Juni hebt Cropenergies nach dem Zahlenwerk für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 (1.3.17 bis 28.2.18) seine Jahresprognose leicht an. Erwartet wird nunmehr ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 60 und 90 Millionen Euro, bisher lag die Messlatte zwischen 50 und 90 Millionen Euro. Die Erlöse werden mit einem Wert zwischen 880 bis 920 Millionen Euro ebenfalls höher als bisher prognostiziert. Bisher lag der Zielwert zwischen 850 und 900 Millionen Euro.

Im Quartal selbst stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 229 Millionen Euro. Das Ebit legte auf 24 nach zuvor 22 Millionen Euro ebenfalls deutlich zu. Im Halbjahr stieg das operative Ergebnis auf 47 nach 41 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ethanolproduktion stieg auf 567 nach 450 tausend Kubikmeter im Vorjahr. Hier machte sich insbesondere die Wiederinbetriebnahme der Anlage im britischen Wilton im Juli 2016 positiv bemerkbar. Die höheren Volumeneffekte kompensierten damit eine geringere Profitabilität, die Ebit-Marge sank auf 10,4 nach 11,9 Prozent im Vorjahr. Auch die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln legte mit der erhöhten Ethanolproduktion zu.

Gute Vorlage für die Südzucker-Zahlen

Anlage von Cropenergies. | Bildquelle: Unternehmen

Commerzbank-Analyst Michael Schäfer verwies in einem Kommentar darauf, dass Cropenergies als 75-prozentige Tochter des im MDax enthaltenen Südzucker-Konzern immer mehr zu dessen Nicht-Zucker-Aktivitäten beitrage. Der Südzucker-Halbjahresbericht wird am Donnerstag erwartet. Allerdings, so Schäfer weiter, sei aufgrund des stark schwankenenden Ethanolpreises ein Rückgang des operativen Ergebnisses im zweiten Halbjahr zu erwarten. Dieser werde aber weniger stark ausfallen als bisher erwartet.

Bioethanol, das als Kraftstoffersatz angeboten wird, entsteht aus der Gärung zucker- und stärkehaltiger Pflanzen. Verwendet werden Getreide und Zuckerrüben.

Die Börse zieht mit

Cropenergies-Papiere haben sich seit ihrem Zwölf-Monats-Tief vom Dezember 2016 bei 4,37 Euro mehr als verdoppelt, wobei der Großteil der Kursexplosion bisher auf den Zeitraum Januar bis März 2017 entfallen war. Im September wurde bei einem Kurs von 11,76 Euro das bisherige Jahreshoch markiert. Seitdem wurde bei Niveaus um neun Euro immer wieder ein Ausbruch nach oben gestartet, zuletzt im September.

Am Morgen reagiert die im Prime Standard der Deutschen Börse enthaltene Aktie positiv auf das Zahlenwerk und legt rund ein Prozent zu. Das Papier der Muttergesellschaft Südzucker gehört im MDax ebenfalls zu den größten Gewinnern.

rm