Credit Suisse

Erster Jahresgewinn seit 2014 rückt näher Credit Suisse hängt Deutsche Bank ab

Stand: 01.11.2018, 09:18 Uhr

Bei der Schweizer Großbank macht sich die harte Restrukturierung allmählich bezahlt: Erstmals seit 2014 dürfte die Credit Suisse wieder schwarze Zahlen im Gesamtjahr schreiben. Im dritten Quartal stieg der Gewinn kräftig. Allerdings spürt die Bank die Verunsicherung der Anleger.

Wegen des globalen Handelsstreits und der italienischen Schuldenkrise handelten die Kunden weniger Aktien, Anleihen und andere Finanzprodukte. Deshalb schrumpften die Einnahmen der Credit Suisse um zwei Prozent. Alleine in der Handelssparte sanken die Erträge um 17 Prozent.

74 Prozent mehr Gewinn

Nur dank weiterer Kostensenkungen verdiente die zweitgrößte Schweizer Bank deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn kletterte um 74 Prozent auf 424 Millionen Franken (372 Millionen Euro). Analysten hatten freilich noch einen Tick mehr erwartet.

Der UBS-Rivale verabschiedete sich im Handelsbereich von einzelnen Geschäften und drückte die Risiken. "Die alte Credit Suisse hätte in einem solchen Quartal Hunderte von Millionen verloren", erklärte Bankchef Tidjane Thiam.

Schwieriges Marktumfeld

Thiam blickt vorsichtig auf den Rest des Jahres. Die Stimmung habe sich im dritten Quartal eingetrübt. "Und wir gehen von einer erneuten Verschlechterung im vierten Quartal aus", sagte er.

Für das Gesamtjahr sieht sich die Credit Suisse dennoch auf Kurs. Der dreijährige Konzernumbau soll erfolgreich mit dem ersten Jahresgewinn seit 2014 abgeschlossen werden. Damit ist die Credit Suisse bereits weiter als die Deutsche Bank, die ungefähr zeitgleich mit ihrer Restrukturierung begann, aber auf Jahressicht immer noch keinen Turnaround geschafft hat.

Weitere Gewinnverbesserungen 2019

Für 2019 rechnet die Credit Suisse mit einer weiteren Gewinnsteigerung. Rückläufige Altlasten, niedrigere Finanzierungskosten und eine geringere Steuerlast dürften dabei dem Geldinstitut helfen.

Am 12. Dezember wird Bank-Chef Tidjane Thiam auf einem Investorentag die Marschrichtung nach Abschluss der Restrukturierung vorgeben. Analysten erhoffen sich vor allem Hinweise, wie die Bank das Wachstum ankurbeln will. Statt auf das Investmentbanking setzt der frühere Versicherungsmanager stärker auf das schwankungsärmere Vermögensverwaltungsgeschäft, wo die Bank vor allem vom rasant wachsenden Reichtum in Schwellenländern profitiert.

Die Zahlen kommen an der Börse schlecht an. Die Aktien der Credit Suisse verlieren im frühen Handel fast vier Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Bankentitel über ein Fünftel an Wert eingebüßt.

nb

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Mit einer Bilanzsumme von umgerechnet 2,12 Billionen Dollar im vergangenen Jahr belegt die französische Crédit Agricole den zehnten Rang der weltgrößten Banken.

Es handelt sich um eine genossenschaftliche Gruppe, die neben der börsennotierten Crédit Agricole S.A. 39 genossenschaftliche Regionalkassen umfasst. Die börsennotierte Muttergesellschaft ist allerdings noch zu 56,3 Prozent im Besitz der Regionalkassen. Die gesamte Crédit Agricole-Gruppe betreibt weltweit 11.500 Filialen und hat nach eigenen Angaben rund 54 Millionen Kunden.