Covestro Kunststoffe für Textilien
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Autobranche macht Kunststoffspezialisten zu schaffen Covestro mit drastischem Gewinneinbruch

Stand: 28.10.2019, 18:05 Uhr

Die schwache Autokonjunktur und Wettbewerbsdruck in anderen Geschäftsbereichen stimmen Covestro für 2019 vorsichtiger. Die Aktie rutschte nach einer Berg-und Talfahrt ans Dax-Ende.

Covestro-Chef Markus Steilemann rechnet für das laufende Jahr nun mit einem Einbruch des Ebitda im Vergleich zum außergewöhnlich starken Vorjahr um rund die Hälfte auf 1,57 bis 1,65 Milliarden Euro. Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes hatten Analysten das obere Ende des alten Ausblicks von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro ohnehin bereits für unrealistisch gehalten und zuletzt im Mittel 1,62 Milliarden Euro auf dem Schirm.

Im abgelaufenen dritten Quartal brach das Ebitda um die Hälfte auf 425 Millionen Euro ein. Der freie operative Mittelzufluss (Free operative Cashflow), der auch für die Dividende wichtig ist, sank in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um 58 Prozent auf 243 Millionen Euro. Hier stellt Steilemann für das Gesamtjahr nun einen Wert zwischen 300 und 500 Millionen Euro in Aussicht, nach bisher angepeilten 300 bis 700 Millionen Euro.

Autokonjunktur bereitet Covestro Sorgen

"Das wirtschaftliche Umfeld bleibt herausfordernd - dies wird vor allem im Automobilbereich deutlich", sagte der Konzernchef bei der Präsentation der Zahlen. Zwar konnte Covestro Absatzzuwächse im Geschäft mit der Bau-, Möbel- sowie Elektro- und Elektronikindustrie im dritten Quartal verzeichnen.

Dem Preisdruck bei Grundstoffen für Hart- und Weichschäume sowie für harte Kunststoffe konnte sich der Konzern aber nicht entziehen.

Kurserholung abgebrochen

Im frühen Handel legte die Covestro-Aktie dennoch um 2,5 Prozent zu, driftete aber im Tagesverlauf ins Minus und wurde ans Dax-Ende durchgereicht. Zuletzt hatte sich der Kurs um rund ein Viertel vom Jahrestief im August erholt.

Analyst Isha Sharma von der Investmentbank Mainfirst sprach denn auch von einem durchwachsenen Ausblick. Die Mitte des implizierten Ebitda-Ausblicks für das Schlussquartal liege unter der durchschnittlichen Marktschätzung. Die Preisentwicklung schmerze, und der Schmerz dürfte sich ins Jahr 2020 hinein fortsetzen, so Sharma.

ms/dpa-AFX