Covestro Werk Krefeld-Uerdingen
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Jahresprognose kassiert Covestro im freien Fall

Stand: 20.11.2018, 15:03 Uhr

Für Covestro-Aktionäre kommt es knüppeldick. Nachdem die Aktie des Spezialchemieanbieters in den letzten Monaten bereits fast 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt hat, stürzt sie heute weiter ab. Denn Covestro warnt vor sinkenden Gewinnen.

Die Gründe sind vielfältig: Covestro macht der starke Wettbewerb zu schaffen. Zudem steigen die Kosten. Neue Rückstellungen sind für den geplanten Stellenabbau im Rahmen eines Sparprogramms fällig. Und zu allem Überfluss macht noch der niedrige Rheinwasserpegel dem Spezialchemiekonzern zu schaffen. Er sorgt für Produktionsausfälle und höhere Logistikkosten.

Damit sind die früher gesteckten Gewinnziele nicht mehr zu halten. Das Ebitda wird leicht unter dem Vorjahreswert von 3,44 Milliarden Euro liegen statt darüber, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Bisher war ein Anstieg erwartet worden. Auch das Mengenwachstum wird nur noch im unteren einstelligen Prozentbereich liegen statt im mittleren, so Covestro. Auch beim Bargeldzufluss aus dem laufenden Geschäft verdüstern sich die Aussichten. Die bisherige Zielmarke und auch der Vorjahreswert werden wohl nicht mehr erreicht.

Weniger flüssig

Bei den Anlegern kamen diese Nachrichten schlecht an: Die Aktie gab um über sieben Prozent auf 51,88 Euro nach. Die bisherige Jahresbilanz ist miserabel. Rund 35 Prozent hat der Covestro-Kurs bislang an Wert eingebüßt.

Ende Oktober hatte die ehemalige Bayer-Tochter bei der Veröffentlichung der Bilanz des dritten Quartals ihr Gewinnziel noch bestätigt. Dabei hatte der Vorstand bereits von Stellenstreichungen gesprochen. Bis Ende 2020 sollen rund 900 Arbeitsplätze wegfallen, rund 400 davon in Deutschland. Bis spätestens 2021 werden Kosteneinsparungen von rund 350 Millionen Euro im Jahr angestrebt.

bs