Covestro Automotive
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Rückläufige Geschäfte mit der Autoindustrie Covestro: Was für düstere Aussichten

Stand: 25.02.2019, 08:09 Uhr

Der Kunststoffhersteller Covestro bekommt die Abkühlung der Konjunktur, besonders in der Autoindustrie, immer heftiger zu spüren. Die Anleger müssen sich warm anziehen.

Bereits im vergangenen Jahr sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um knapp sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen am Morgen mitteilte.

Dabei konnte der Umsatz dank größerer Verkaufsmengen und zumindest auf Jahressicht gestiegener Preise noch um 3,4 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zulegen. Allerdings verschlechterte sich die Lage von Quartal zu Quartal. Der Umsatz mit der Autoindustrie ging zurück, gleichzeitig entstanden dem Unternehmen wegen des niedrigen Rhein-Pegels höhere Kosten.

Härtere Konkurrenz

Und zu allem Ärger bekam Covestro auch eine wieder härtere Konkurrenz zu spüren. Konkurrenten wie Wanhua aus China und BASF fahren ihre Kapazitäten hoch, nachdem sie ihren technischen Probleme weitgehend gelöst haben.

Der dadurch einsetzende Preisverfall bei Kernprodukten wie den Polyurethanen - weiche und harte Schäume, die in Möbeln, Matratzen und zur Isolierung eingesetzt werden - setzte der Bilanz richtig zu. Im vierten Quartal brach das Ebitda um 67 Prozent auf 293 Millionen Euro ein, viel weniger als Analysten erwartet hatten.

Drastischer Ergebniseinbruch erwartet

Diese Tendenz dürfte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Die Folge: Der Kunststoffhersteller erwartet einen drastischen Ergebniseinbruch im Gesamtjahr. Das Management geht von einem Ebitda zwischen 1,5 und zwei Milliarden Euro aus. Im schlimmsten Fall also nur noch halb so viel wie 2018.

Analysten haben ihre Schätzungen bereits gesenkt, gingen für 2019 bisher aber im Konsens von einem Gewinn in Höhe von zwei Milliarden Euro aus. Covestro steht also vor einem herausfordernden Jahr.

Für die Aktionäre kommt es knüppeldick, hat doch die Aktie im vergangenen Jahr bereits über die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Auch heute geht es weiter abwärts. Dabei hat das Unternehmen trotz des Gewinnrückgangs eine um 20 Cent auf 2,40 Euro steigende Dividende in Aussicht gestellt.

lg