Covestro-Zentrale in Leverkusen
Audio

Dividende um 60 Prozent angehoben Covestro bringt noch mehr Glanz ins Depot

Stand: 20.02.2018, 09:04 Uhr

Der Kunststoffhersteller Covestro hat zum Jahresende so viel verdient wie nie zuvor - sehr zur Freude der Aktionäre.

Die Aktie steigt im frühen Handel um bis zu drei Prozent und ist damit stärkster MDax-Wert. Dabei hat sich das Papier seit seinem Börsengang im Oktober 2015 bereits mehr als verdreifacht. Zu Recht, wie ein Blick in die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt.

Covestro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
58,02
Differenz relativ
+0,80%

So hat das Unternehmen im ersten Jahr seiner Unabhängigkeit von der einstigen Mutter Bayer einen Rekordgewinn erzielt. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um mehr als 70 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich hat sich der Gewinn auf zwei Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz legte um fast ein Fünftel auf gut 14 Milliarden Euro zu.

Das vierte Quartal war super

Die Geschäfte laufen so gut, dass sich das Ergebnis (Ebitda) allein im vierten Quartal auf 879 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Damit übertraf Covestro die Analystenerwartungen deutlich. "Gegenüber dem ersten Jahr als eigenständiges Unternehmen haben wir noch einmal klar zugelegt", urteilte Vorstandschef Patrick Thomas.

Covestro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
58,02
Differenz relativ
+0,80%

Der Umsatz des Leverkusener Unternehmens stieg zum Jahresende um fast 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Dabei profitierte Covestro vor allem von einem starken Geschäft im Bereich Polyurethane mit den Kunststoffvorprodukten TDI und MDI. Covestro war 2015 vom Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer an die Börse gebracht worden, der aktuell noch 14 Prozent an dem Unternehmen hält.

Dividende steigt auf 2,20 Euro

Bayer plant den Komplettausstieg, profitiert aber noch von der starken Geschäftsentwicklung bei der ehemaligen Tocher: So sollen die Covestro-Aktionäre für das vergangene Jahr eine auf 2,20 Euro angehobene Dividende erhalten, nach 1,35 Euro im Vorjahr. Das ist eine Erhöhung um 60 Prozent.

Auch für das laufende Jahr zeigt sich Covestro optimistisch und rechnet mit einer "positiven Entwicklung". Nach dem starken Zuwachs 2017 soll das Betriebsergebnis aber nur noch das Vorjahresniveau erreichen. Hier hatten Analysten bisher im Mittel einen leichten Rückgang auf dem Zettel. Zuversichtlichter wird der MDax-Konzern auch mit Blick auf den kumulierten freien operativen Mittelzufluss. 2017 sprach Covestro davon, hier innerhalb von fünf Jahren auf 5 Milliarden Euro zu kommen. Das Ziel soll nun bereits nach drei Jahren erreicht sein.

Luftaufnahme von Covestro in Leverkusen

Covestro in Leverkusen. | Bildquelle: Unternehmen

Wann folgt der Aufstieg in den Dax?

Im ersten Quartal erwartet der Konzern noch mal eine deutliche Steigerung des Geschäfts. In diesem Jahr soll zudem mehr Geld übrig bleiben: Covestro geht beim Free Operating Cash Flow (FOCF) von einem Niveau deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre aus. Das Ziel eines kumulierten FOCF von fünf Milliarden Euro solle nun schon 2019 statt wie geplant 2021 erreicht werden.

Covestro gilt als heißer Kandidat für eine Aufnahme in den Dax. Zumindest haben sich die Chancen für einen Aufstieg in die erste deutsche Börsenliga seit dem weitgehenden Ausstieg von Bayer deutlich verbessert. Denn der Börsenwert der frei handelbaren Covestro-Aktien ist dadurch weiter gestiegen.

Analysten schätzen, dass es bis zur nächsten regulären Änderung der Dax-Zusammensetzung im September dazu kommen könnte.

lg