Covestro-Zentrale in Leverkusen
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Chemiekonzern hält an Jahreszielen fest Covestro bleibt auf Kurs

Stand: 25.10.2018, 11:21 Uhr

Trotz eines schwieriger werdenden Marktumfelds hält der Spezialchemiekonzern Covestro an seinen Jahreszielen für das Jahr 2018 fest. Im dritten Quartal konnte der Dax-Konzern seinen Umsatz um fast fünf Prozent steigern.

Luftaufnahme von Covestro in Leverkusen

Covestro in Leverkusen. | Bildquelle: Unternehmen

Covestro hat im dritten Quartal seinen Umsatz um fast fünf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro verbessert. Das Ebitda lag mit 859 Millionen Euro nur knapp unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich verdiente der Konzern 496 Millionen Euro und damit einen Tick mehr als vor einem Jahr. Covestro übertraf die durchschnittlichen Analystenschätzungen. Damit soll das Ergebnis für 2018 weiterhin über dem Vorjahreswert von 3,4 Milliarden Euro liegen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit.

Viele wirtschaftliche Herausforderungen

Das Ergebnis habe trotz Problemen den Erwartungen entsprochen. "Wir beobachten zunehmend herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen und hatten im abgelaufenen Quartal zudem nur eine eingeschränkte Produktverfügbarkeit in Europa und Asien", sagte Finanzchef Thomas Toepfer. Dazu hatten Lieferschwierigkeiten bei einem Kunden sowie ungeplante Anlagenstillstände Covestro zu schaffen gemacht.

Neben einem leicht gesunkenen Absatz in der Polyurethan-Sparte, Grundstoffe für Weich- und Hartschäume, machten vor allem höhere Rohstoffkosten zu schaffen. Außerdem lässt die Sonderkonjunktur infolge von Produktionsausfällen der Konkurrenz langsam nach, von der Covestro langsam profitiert hatte.

Geschäft mit harten Kunststoffen läuft

Covestro Dämmstoffe

Covestro. | Bildquelle: Unternehmen

Das Geschäft mit Materialien für harte Kunststoffe, kurz Polycarbonate, lieferte dagegen Rückenwind. Der Verkauf des US-Plattengeschäfts trug ebenfalls zum Gewinnsprung bei, ohne den allerdings das Segment dennoch um rund ein Drittel gestiegen wäre. Im kleinsten Unternehmenszweig CAS, der Beschichtungen, Haft- und Dichtungsmittel sowie Spezialitäten umfasst, blieb das Ergebnis stabil.

Stellenabbau und Ausbau der Produktion

Angesichts des schwieriger werdenden Marktumfelds sehen die Pläne der Leverkusener spätestens ab 2021 Kosteneinsparungen von rund 350 Millionen Euro pro Jahr in der Verwaltung vor. Etwa 900 Stellen sollen weltweit entfallen. Der Personalabbau solle durch "sozialverträgliche Lösungen" erfolgen, die mit dem Betriebsrat in Deutschland bereits vereinbart worden seien, hieß es. Auf betriebsbedingte Kündigungen will Covestro bis 2025 verzichten und auch die Übernahmegarantie für Auszubildende wurde verlängert. Ende 2017 beschäftigte der Konzern rund 16.200 Mitarbeiter.

Weiterhin viel Geld steckt Covestro hingegen in den Ausbau der Produktion. Zusätzlich zu den laufenden Investitionen an Standorten in Deutschland und anderen Ländern hatte der Konzern vor kurzem angekündigt, über mehrere Jahre insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro in die Erweiterung der Produktionskapazitäten für das Schaumstoffvorprodukt MDI am US-Standort Baytown zu pumpen. Der Grund: ein erwartetes Nachfragewachstum.

Auch wegen der Investitionen fiel der freie operative Mittelzufluss (Free Operating Cashflow) im Quartal um mehr als zwölf Prozent auf 578 Millionen Euro. Konzernchef Markus Steilemann strebt aber weiterhin einen Wert von mehr als zwei Milliarden Euro an.

Aktie erholt sich

Covestro: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
45,03
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+2,39%

Die Papiere des Chemiekonzerns können heute ihren jüngsten Absturz unterbrechen und liegen gegen Mittag an der Dax-Spitze. Die Furcht vor den Folgen einer abkühlenden Autokonjunktur, eines schwächeren Wachstums der Weltwirtschaft und die genannten Probleme lasteten seit Monaten auf den Aktien. Gestern war der Dax-Titel mit 52,44 Euro auf das tiefste Niveau seit Oktober 2016 gefallen. Covestro wurde im Herbst 2015 von der ehemaligen Mutter Bayer an die Börse gebracht, die inzwischen nur noch rund sieben Prozent hält.

tb