Parfumflaschen von Beyoncé, Calvin Klein, Davidoff

Mitglied des Reimann-Imperiums Coty will L'Oréal überholen

Stand: 24.06.2018, 13:37 Uhr

Der zum Imperium der deutschen Milliardärsfamilie Reimann gehörende US-Kosmetikkonzern Coty setzt sich ehrgeizige Ziele. Dazu gehört auch der Ehrgeiz, zur weltweiten Nummer eins aufzusteigen.

"Wir sehen es als unsere geschäftliche Mission an, zum Weltmarktführer bei Schönheitsprodukten aufzusteigen", sagte Coty-Chef Camillo Pane der Zeitung "Welt am Sonntag". Bisher liege das Unternehmen auf Platz drei hinter L'Oreal und Estee Lauder. Einen großen Schritt in Richtung Nummer eins machte Coty 2015 mit dem Kauf der deutschen Traditionsmarke Wella und anderer Marken. Der Kosmetikriese hatte damals für 12,5 Milliarden Dollar mehr als 40 Schönheitspflegemarken von dem US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble übernommen. Auch der Düsseldorfer Henkel-Konzern war an Wella interessiert.

Die Integration der deutschen Haarpflegefirma sei derzeit in vollem Gange. "Wir stecken mitten in einem großen und komplexen Prozess", sagte Pane. "Beide Unternehmen hatten ungefähr dieselbe Größe und keines von beiden war wirklich darauf vorbereitet, ein anderes Unternehmen derselben Größe aufzunehmen." Mit den angekündigten Synergien von 750 Millionen Dollar in drei Jahren liege man im Plan.

Parfums laufen spitzen

Besonders zufrieden zeigte sich der Coty-Chef mit dem Luxusbereich, der Parfümmarken wie Gucci, Chloe und Hugo Boss im Angebot hat. Verbesserungsbedarf sieht Pane dagegen in der Konsumsparte mit Marken wie Rimmel und Max Factor. "Dieser Markt entwickelt sich im Moment nicht sehr dynamisch, leider auch in Deutschland nicht." Verkaufen wolle man die Sparte aber nicht. "Es ist unser größtes Geschäft."

An Coty ist die Reimann-Familie über ihre Holdinggesellschaft JAB maßgeblich beteiligt. JAB verfügt inzwischen über ein ganzes Sammelsurium an Firmen. Neben der Beteiligung am Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty oder dem britischen Konsumgüterhersteller Reckitt Benckiser, gehören inzwischen auch zahlreiche Firmen aus der Lebensmittelbranche zum Portfolio.

Expansion im Lebensmittelbereich

In kürzester Zeit wurde JAB mit der Übernahme von Peet's Coffee, Jacobs Douwe Egberts ("Jacobs", "Tassimo", "Senseo") oder Keurig Green Mountain zum Kaffee-Schwergewicht und ernsthaften Nestle-Konkurrenten. JAB gehört auch die Bäckereikette Panera Bread, der Donut-Anbieter Krispy Kreme oder der Bagels-Verkäufer Einstein Bros. Anfang des Jahres kaufte die Holding den Limonadenhersteller Dr Pepper Snapple für 18,7 Milliarden Dollar.

Zuletzt schnappte sich JAB die britische Sandwich-Kette Pret A Manger. Das Geschäft soll noch in diesem Sommer unter Dach und Fach gebracht werden. Einen Kaufpreis für die weltweit 530 Läden umfassende Kette wurde nicht genannt. Nach Informationen der "Financial Times" soll JAB 1,5 Milliarden britische Pfund (1,7 Mrd Euro) auf den Tisch legen.

lg/rtr/dpa

1/13

Hier steckt überall Reimann drin Von Calgon bis Senseo

Reckitt Benckiser: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Reckitt Benckiser