Vapiano-Restaurant in Berlin
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Coronakrise Vapiano will Staatshilfe

Stand: 17.03.2020, 17:41 Uhr

Die angeordneten Lokalschließungen machen der ohnehin bereits angeschlagenen Restaurantkette Vapiano zu schaffen. Ohne Staatshilfe wird es nicht weitergehen.

Um das in den kommenden Wochen notwendige Geld aufzutreiben, sei das Unternehmen auf die von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogramme im Rahmen der Covid-19-Krise angewiesen, teilte das Management mit: "Vapiano beabsichtigt daher, diese finanziellen Unterstützungen zu beantragen, in Deutschland zum Beispiel über die KfW." Darüber hinaus werde Vapiano Kurzarbeit sowie die Stundung von Steuerzahlungen beantragen.

"Signifikant unter Vorjahreswert"

Derzeit seien nahezu alle Restaurants der Kette in Österreich, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich und den USA auf Anordnung der zuständigen Behörden bis auf weiteres geschlossen. "Das Unternehmen erwartet gleichartige Anordnungen auch von deutschen Behörden in Bezug auf viele Restaurants in Deutschland", hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Umsätze dürften im ersten Quartal um rund 20 Prozent einbrechen. Das Ergebnis werde im ersten Halbjahr noch einmal deutlich unter Vorjahr liegen. In den ersten sechs Monaten 2019 hatte Vapiano unter dem Strich schon 34 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet.

Es fehlen flüssige Mittel

Die Coronakrise führt ferner zu einem zusätzlichen kurzfristigen Liquiditätsbedarf von mindestens 13,6 Millionen Euro. Dabei hatte Vapiano mit den Banken und zwei Großaktionären bereits vor dem Coronavirus-Ausbruch eine 10,7 Millionen Euro schwere Finanzspritze vereinbart. Hauptaktionär Mayfair - die Beteiligungsfirma der ehemaligen Tchibo-Eigentümerfamilie Herz - zieht dabei allerdings nicht mit. Mayfair werde sein Aktienpaket von 47,4 Prozent voraussichtlich an einen Sanierungsexperten und Treuhänder übergeben, der sie nach der Sanierung unter Umständen verkaufen soll, teilte Vapiano weiter mit.

Anleger zeigten sich entsetzt. Die Vapiano-Aktien sackten um knapp 33 Prozent ab und erreichten mit 1,26 Euro ein neues Rekordtief.

ts/rtr/dpa