Homeoffice

Es gibt auch Gewinner Corona-Aktien für zuhause

Stand: 30.04.2020, 16:33 Uhr

Durch Corona verlagert sich der Lebensalltag von draußen in die eigenen vier Wände. Das verändert die Bedürfnisse. Welche Firmen und Branchen profitieren vom Zuhausebleiben? Wie können Anleger den Trend nutzen?

In der Regel verbinden Anleger die Corona-Krise mit schlimmen Kursverlusten und Misserfolg. Doch es gibt nicht nur Verlierer, sondern auch einige Gewinner. Zum Beispiel Papiere von Firmen, die das Leben in der eigenen Wohnung angenehmer, leichter und abwechslungsreicher gestalten.

Da sind zum einen die Online-Händler. Wenn die Menschen zuhause bleiben und Geschäfte geschlossen sind, müssen sie ihre Klamotten oder andere Produkte online kaufen. Die hohe Nachfrage bekommen die Konzerne zu spüren: So musste Amazon im März 100.000 zusätzliche Mitarbeiter für Lager und Auslieferung einstellen. Und auch das chinesische Pendant JD.com hat 20.000 Arbeiter mehr eingestellt.

Kochen, essen, Filme gucken und... spielen

Auch sehr wichtig für die Menschen in Quarantäne ist Essen, für das sie nicht aus dem Haus müssen. Da bieten sich Lieferdienste an wie Delivery Hero, der Restaurant-Gerichte zustellt, oder HelloFresh, das Kochboxen mit den Zutaten bringt. Gerade in Corona-Zeiten besinnen sich die Menschen wieder aufs "cocooning" und kochen gerne selbst.

Damit keine Langeweile aufkommt, gucken viele Menschen neben der "Tagesschau" Filme. Besonders der Streaming-Anbieter Netflix profitiert hiervon. Abends gegen 21 Uhr verzeichnet Netflix den Peak.

Auch Videospiele sind begehrt - vor allem bei den jüngeren Zielgruppen. Ende März vermeldete der Internetknoten De-Cix, die Zahl der Nutzer von Online- und Cloud-Spielen habe sich binnen einer Woche verdoppelt. Einzelne Titel wie "Counter Strike: Global Offensive" lockten mehr als eine Million gleichzeitig. Die WHO appellierte gar an die, die sich während der Ausgangsbeschränkungen allein fühlen, mit Freunden gemeinsam übers Internet Computer zu spielen.

Home Office treibt Software-Geschäft

Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, schicken viele Unternehmen ihre Angestellten ins Home Office. Dabei nutzen sie Software für Videokonferenzen, Besprechungen und Präsentationen. Der Home-Office-Trend beflügelt das Geschäft von Zoom Video, Slack, Microsoft auch Teamviewer. Deren Produkte machen die Vernetzung über das Internet leichter und schneller.

"Stay at Home"-Index mit über 30 Aktien

Einzelne Geldhäuser setzen auf "Zuhause-Bleiber-Aktien". Das Investmenthaus MKM Partners hat einen "Stay-at-Home-Index" zusammengestellt. Der Aktienkorb besteht aus 33 Titeln, darunter der Streaming-Gigant Netflix, der Videokonferenz-Spezialist Zoom, die Bürochat-App Slack, der Dosensuppen-Anbieter Campbell, der Desinfektionsmittel-Hersteller Clorox, der Spieleentwickler Activision, der Heim-Fitnessgerätehersteller Peloton und der Waffenhersteller Sturm (!). Momentan kann man noch nicht in den Index investieren.

Direxion plant in Kürze, einen ETF auf "Work from Home" unter dem Bloomberg-Ticker WFH aufzulegen. Darin sollen Aktien von Cloud-Anbietern, Cybersecurity-Software-Hersteller und Fernkommunikationsfirmen übergewichtet sein. Vontobel bietet bereits ein Home-Office-Basket an.

Internet-Fonds setzt auf digitale Corona-Gewinner

Auch einzelne Fonds setzen verstärkt auf "Zuhause-Bleiber-Aktien". Fondsmanager Jan Beckers, Mitgründer von Startups wie Finleap, hat die digitalen Corona-Gewinner in seinen Aktienfonds "Global Internet Leaders 30" aufgenommen. Wie er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erzählte, kaufte er Aktien des Videokonferenzdienst Zoom und des Kochboxen-Anbieters HelloFresh. Ebenso hält er die Titel des Telemedizinanbieters Teladoc Health und des Streaming-Konzerns Netflix für langfristige Corona-Gewinner. "Durch das weit verbreitete Arbeiten im Home-Office wird die Digitalisierung des Arbeitsplatzes Auftrieb bekommen", ist er überzeugt. Sein Fonds hat seit Jahresbeginn 32 Prozent zugelegt.

tb

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Das sind die Stubenhocker-Aktien Von Amazon bis Zooplus

<strong>Amazon</strong><br/>Während Einkaufszentren geschlossen und Innenstädte verwaist sind, gelten Onlinehändler wie Amazon oder Ebay als Profiteur der Krise. Tatsächlich haben die Online-Einkäufe seit Ausbruch der Pandemie derart zugenommen, dass Amazon in den USA 100.000 zusätzliche Mitarbeiter für Lager und Auslieferung eingestellt hat. Umfragen zufolge will jeder vierte Amerikaner wegen Corona mehr im Internet bestellen.<br/><br/>Bislang erwartet Amazon im E-Commerce einen Umsatz von 93,5 Milliarden Dollar in diesem Jahr - nach 86,1 Milliarden Dollar 2019. Dank Corona wollen einige Analysten sogar einen Umsatz oberhalb der magischen Schwelle von 100 Milliarden Dollar in diesem Jahr nicht ausschließen.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 3 Monate

Amazon
Während Einkaufszentren geschlossen und Innenstädte verwaist sind, gelten Onlinehändler wie Amazon oder Ebay als Profiteur der Krise. Tatsächlich haben die Online-Einkäufe seit Ausbruch der Pandemie derart zugenommen, dass Amazon in den USA 100.000 zusätzliche Mitarbeiter für Lager und Auslieferung eingestellt hat. Umfragen zufolge will jeder vierte Amerikaner wegen Corona mehr im Internet bestellen.

Bislang erwartet Amazon im E-Commerce einen Umsatz von 93,5 Milliarden Dollar in diesem Jahr - nach 86,1 Milliarden Dollar 2019. Dank Corona wollen einige Analysten sogar einen Umsatz oberhalb der magischen Schwelle von 100 Milliarden Dollar in diesem Jahr nicht ausschließen.