Nintendo-Spiel

Zu Hause sitzen und zocken Corona-Krise: Nintendo verfünffacht Ergebnis

Stand: 06.08.2020, 13:30 Uhr

Der Corona-Lockdown hat dem Videospiel-Konzern Nintendo zu einem satten Ergebnissprung verholfen. Nicht nur die Switch-Konsole verkaufte sich fantastisch, auch einzelne Spiele wurden wegen der Ausgangssperre kräftig nachgefragt.

Der Videospieleanbieter verfünffachte sein Betriebsergebnis im abgelaufenen ersten Quartal um 428 Prozent auf umgerechnet 1,16 Milliarden Euro - etwa das Doppelte von dem, was Analysten erwartet hatten. Die Nachfrage nach der Konsole Switch sowie Spielen wie "Animal Crossing" und der Klassiker-Fortsetzung "Mario Kart 8 Deluxe" schnellte mit Ausbruch der Pandemie in die Höhe, weil viel mehr Menschen wegen Ausgangssperren und geschlossenen Schulen ihre Zeit zu Hause verbrachten.

Nintendo verkaufte von April bis Juni 5,7 Millionen Switch-Konsolen, ein Plus von 167 Prozent. "Diese Zahl ist noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass die Konsole während des gesamten Quartals in allen Märkten sehr schwer zu bekommen war", sagte der Gründer des Spielbranche-Beraters Kantan Games, Serkan Toto.

Wie lange hält der Boom an?

Firmenchef Shuntaro Furukawa bezeichnete in der Vergangenheit den Erfolg in der Corona-Krise als kurzlebig und hält an der Verkaufsprognose für die Switch-Konsolen von 19 Millionen im Geschäftsjahr fest. Auch Rivale Sony profitierte zuletzt von der gestiegenen Nachfrage nach Spielen, die zum Jahresende von der Markteinführung der neuen Playstation noch mal angeschoben werden dürfte.

Nintendo kam wie Sony zu Gute, dass immer mehr Nutzer ihre Spiele digital herunterladen. Der Umsatz mit Spiele-Downloads verdreifachte sich im ersten Geschäftsquartal, was Nintendo neue Kunden einbrachte und der Marge half.

ts/rtr

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