Dollarzeichen mit Krone auf Dollarstapel

40 Prozent mehr Umsatz in der Corona-Krise Amazon ist der Wachstumskönig

Stand: 31.07.2020, 20:17 Uhr

Der reichste Mensch der Welt, Amazon-Chef Jeff Bezos, ist über eine Nacht noch ein Stück reicher geworden. Die Aktien des Internet-Giganten zogen deutlich an. Keiner der Big Techs wächst so rasant wie Amazon.

Der Lockdown in vielen Ländern der Welt sorgte für einen wahren Shopping-Boom im Internet. Das spülte Amazon deutlich mehr Geld in die Kassen. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 40 Prozent auf 88,9 Milliarden Dollar. "Das war ein weiteres höchst ungewöhnliches Quartal", sagte Amazon-Boss und -Gründer Jeff Bezos.

Höchster Gewinn der Firmengeschichte

Lachender Amazon-Chef Jeff Bezos

Amazon-Chef Jeff Bezos. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der Gewinn des weltgrößten Online-Händlers verdoppelte sich auf 5,2 Milliarden Dollar. Das ist der höchste Überschuss, den Amazon n seiner 26-jährigen Firmengeschichte ausweist. Dabei musste der vier Milliarden Dollar für Corona-Maßnahmen wie Schutzausrüstung, Reinigung und Prämien ausgeben.

Die Anleger zeigten sich beeindruckt. Die Ergebnisse lagen erheblich über den Prognosen der Analysten. Die Aktie reagiert und liegt am Abend unter Tageshoch an der Nasdaq 3,5 Prozent im Plus Mit einem Kursplus von rund 65 Prozent seit Jahresbeginn ist der Bezos-Konzern ohnehin einer größten Corona-Gewinner.

Profitables Cloud-Geschäft

Dass Amazon mit seinen Lieferdiensten zu den großen Profiteuren der Corona-Krise zählt, hatte sich bereits im Vorquartal gezeigt. Zudem floriert das Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Netz weiter, die vermehrte Heimarbeit lässt die Nachfrage steigen. Für Amazon ist die Sparte wegen ihrer hohen Gewinnspannen sehr lukrativ, im abgelaufenen Quartal lag das Betriebsergebnis der Cloud-Sparte bei 3,4 Milliarden Dollar.

Die von vielen Unternehmen genutzte Web-Plattform steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 29 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar. Damit flaute das Wachstum gegenüber dem Vorquartal spürbar ab. Allerdings entspricht das auch dem längerfristigen Trend.

Höhe Kosten für Einstellungsoffensive

Amazon Versandzentrum in Bad Hersfeld

amazon. | Quelle: picture-alliance/dpa

Angesichts einer Einstellungsoffensive und hohen Investitionen, um den Kundenansturm in der Corona-Krise zu bewältigen, nahmen auch Amazons Kosten kräftig zu. Das hatte Konzernchef Jeff Bezos allerdings bereits angekündigt. Vor drei Monaten warnte er die Investoren: "Wenn Sie Amazon-Aktien besitzen, sollten Sie sich jetzt lieber hinsetzen, denn wir denken nicht klein". Der Konzern heuerte in der schlimmsten Phase der Corona-Krise 175.000 zusätzliche Beschäftigte an. Amazon zählt mittlerweile zu den größten Arbeitgebern in den USA.

Für das laufende dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 87 Milliarden und 93 Milliarden Dollar in Aussicht. Das entspricht einem starken Zuwachs von 24 bis 33 Prozent. Beim Betriebsergebnis rechnet Amazon mit zwei bis fünf Milliarden Dollar.