SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf

Aktie steigt Corona erfasst auch SAP

Stand: 09.04.2020, 08:18 Uhr

Nun kommt auch SAP nicht um eine Warnung herum. Der Softwareriese aus Walldorf reduziert wegen der Corona-Krise seine Erwartungen an Umsatz und Ergebnis.

Der Dax-Konzern rechnet im Gesamtjahr mit einem währungsbereinigten Umsatz von 27,8 bis 28,5 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Oracle-Konkurrent 29,2 Milliarden bis 29,7 Milliarden Euro angepeilt - nach 27,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Betriebsergebnis soll voraussichtlich in einer Spanne zwischen 8,1 Milliarden Euro und 8,7 Milliarden Euro liegen. Hier hatte SAP zuvor 8,9 Milliarden Euro bis 9,3 Milliarden Euro anvisiert. Im vergangenen Jahr hatte es bei 8,21 Milliarden Euro gelegen.

Softwarelizenzen schwächeln besonders

Besonders schmerzlich entwickelten sich im ersten Quartal die Umsätze mit den besonders gewinnträchtigen Softwarelizenzen. Diese brachen nach vorläufigen Zahlen um 31 Prozent auf 0,45 Milliarden Euro ein. "Die Geschäftstätigkeit in den ersten beiden Monaten des ersten Quartals war solide. Da sich die Auswirkungen der Corona-Krise zum Ende des ersten Quartals rasch verstärkten, wurden eine bedeutende Zahl von Neuabschlüssen verschoben", teilte SAP mit.

Softwarelizenzen sind nicht nur wegen ihrer hohen Gewinnmargen für SAP besonders attraktiv. Außerdem ziehen sie absehbar über viele Jahre gut planbare Wartungsumsätze nach sich.

Insgesamt legte der Umsatz von Januar bis März um währungsbereinigt fünf Prozent auf 6,52 Milliarden Euro zu. Das Betriebsergebnis sank währungsbereinigt um ein Prozent auf 1,48 Milliarden Euro.

Die Aktie steigt

Die SAP-Aktie reagierte zunächst kaum auf die Nachrichten. An der Börse Tradegate legte das Papier gegenüber dem Schlussstand auf Xetra sogar um rund einen Euro auf 106 Euro zu. Laut Analyst Alex Zukin von RBC fiel die Reduzierung geringer aus als befürchtet, sie impliziere eine Erholung im zweiten Halbjahr.

ME/dpa/rtr