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Fast 250 Prozent Kursgewinn CureVac: Furioser Start an die Börse

Stand: 16.08.2020, 12:10 Uhr

Der Corona-Hoffnungsträger CureVac hat ein fulminantes Börsendebüt hingelegt. Die Aktie schoss am ersten Handelstag an der Nasdaq in New York um rund 250 Prozent nach oben. Am meisten freuen darüber dürfte sich Mehrheitseigner Dietmar Hopp.

In der beschaulichen Unistadt Tübingen ist ein neuer deutscher Börsenstar geboren: Das Biotechunternehmen CureVac hat einen Raketenstart an der US-Technologiebörse Nasdaq gefeiert. Die Aktien schlossen an ihrem ersten Handelstag bei 55,90 Dollar.Das entspricht einem Kurssprung von 249 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs. Dieser lag mit 16 Dollar schon am oberen Ende der Preisspanne.

Fortschritte bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs hatten das Interesse der Anleger beflügelt. Schon zum Ausgabepreis wurde CureVac mit umgerechnet bis zu 2,4 Milliarden Euro bewertet - das sind 800 Millionen mehr vor wenigen Wochen, als unter anderem die deutsche Staatsbank KfW eingestiegen war. Nun beträgt die Marktkapitalisierung schon über sieben Milliarden Euro.

Über 200 Millionen Dollar eingesammelt

Damit konnte das wegen seines Corona-Impfstoffkandidaten bekannt gewordene Biotechunternehmen 213 Millionen US-Dollar von Investoren einsammeln.

Die neuen Investoren können in den Wochen nach der Erstnotiz weitere zwei Millionen Aktien erwerben. Damit würde der Erlös für CureVac auf 245 Millionen Dollar steigen. Mehrheitsaktionär Dietmar Hopp, der Gründer des Softwarekonzerns SAP, hat zugesagt, Aktien für weitere 100 Millionen Euro zum Ausgabepreis zu kaufen.

Hoffnungsträger im Kampf gegen Corona

Rund 150 Millionen Dollar der Erlöse sollen in die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs fließen. Mit weiteren 50 Millionen Dollar wird laut Börsenprospekt die kurzfristige Produktionskapazität ausgebaut. Finanzchef Pierre Kemula betonte, dass mit dem Börsengang der Bedarf an frischem Kapital noch lange nicht gedeckt sei. "Wir werden uns immer nach zusätzlichen Finanzierungsquellen umsehen", sagte er am Freitagabend. Als Biotech-Firma ohne signifikante Umsätze sei CureVac das gewohnt. Das Unternehmen verbuchte im vergangenen Jahr einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro bei rund 17,5 Millionen Euro Umsatz.

CureVac ist bei der Suche nach einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 einer von mehreren Hoffnungsträgern weltweit. Die Gesellschaft war im März in die Schlagzeilen geraten, weil die amerikanische Regierung angeblich Interesse an der Biotech-Firma hatte. "Wir standen im Mittelpunkt eines politischen Sturms", sagte Finanzchef Kemula. Ein Angebot von Trump habe es aber nicht gegeben.

Hopp-Anteil sinkt auf 49 Prozent

Markus Gürne
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CureVac holt Millionen für Corona-Forschung

Mehrheitseigentümer von CureVac ist die Biotech-Holding Dievini des SAP-Gründers Dietmar Hopp. Der Investor hielt bisher knapp 54 Prozent an CureVac, nach dem Börsengang werden es gut 49 Prozent sein. Neben Hopp sind der britische Pharmariese Glaxo, Katar und der Bund die größten Anteilseigner. Zuletzt hatte die deutsche Staatsbank KfW für 300 Millionen Euro Anteile erworben. Durch das IPO sinken die Anteile des Bundes auf 17 Prozent, GlaxoSmithKline kommt jetzt auf gut acht Prozent.

Die zweite deutsche Impfstoff-Hoffnung

CureVac hatte im Juni mit der klinischen Erprobung seines Covid-19-Impfstoffkandidaten begonnen. Die Tübinger setzen - wie die Mainzer Biotech und der US-Konzern Moderna - auf Impfstoffe auf Basis der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Sie soll menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Eiweißstoffen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. Sowohl Biontech als auch Moderna sind bereits börsennotiert.

ME/lg/nb

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Wer am meisten vom CureVac-IPO profitiert Galerie

Dietmar Hopp

Dietmar Hopp
Über die Dievini-Hopp-Biotech-Holding hielt der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp laut SEC-Börsenprospekt vom 10. August 53,7 Prozent und ist damit Mehrheitseigentümer. Nach der Aktienplatzierung wird die Dievini-Holding 49 Prozent der Anteile halten.