Apple-Chef Tim Cook

Umsatz steigt, Gewinn sinkt Apple kommt vorerst davon

Stand: 01.05.2020, 11:56 Uhr

Apple scheint die Coronavirus-Pandemie recht gut zu überstehen. Nach einer Umsatzwarnung im Februar schloss der iPhone-Hersteller das erste Vierteljahr doch noch mit einem Umsatzplus ab. Aber noch ist die Pandemie nicht zuende und der iPhone-Verkauf geht zurück.

Während im abgelaufenen Quartal, dem zweiten Geschäftsquartal, die Zahl der verkauften iPhones rückläufig war, florierten angesichts von Ausgangssperren rund um den Globus Dienste wie das TV-Streaming-Angebot Apple+. Auch die AirPods-Kopfhörer und Apple Watch verkauften sich gut.

Der Umsatz im iPhone-Geschäft sank um 6,7 Prozent auf knapp 29 Milliarden Dollar. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Strategy Analytics sanken die iPhone-Verkäufe im vergangenen Quartal um neun Prozent auf 39,2 Millionen Geräte, während der gesamte Smartphone-Markt um 17 Prozent schrumpfte.

Das Management sprach von vielversprechenden Signalen auf dem wichtigen chinesischen Markt. Dort gehe es in "die richtige Richtung", sagte Firmenchef Tim Cook. Weil jedoch noch unklar ist, wie lange die Pandemie andauert, verzichtet Apple auf den sonst üblichen Ausblick.

Gewinn sinkt auf 11,3 Milliarden

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
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Der Umsatz insgesamt stieg um ein Prozent auf 58,3 Milliarden Dollar. Damit übertraf Apple laut Refinitiv die Analysten-Erwartungen von 54,5 Milliarden Dollar. Rund 9,5 Milliarden Dollar kamen aus China, wo das Virus zuerst entdeckt wurde, und damit ein Rückgang von weniger als eine Milliarde zum Vorjahr. Der Gewinn fiel im zweiten Geschäftsquartal um 2,6 Prozent auf 11,25 Milliarden Dollar. Nachbörslich ging es für Apple-Aktie 1,7 Prozent nach unten.

Im April hätten sich die Verkäufe weiter verbessert, sagte Cook. Die Volksrepublik ist für den US-Konzern ein wichtiger Absatzmarkt und zugleich Heimat der meisten Auftragsfertiger. Seit Mitte März sind dort die Apple-Filialen wieder geöffnet. Damit gehört China zu den wenigen Ländern, wo das neue günstigere iPhone SE 2 im Laden gekauft werden kann. Cook sagte, er sei mit den Verkaufszahlen zufrieden.

Apple-Store in Beijing. | Bildquelle: imago images / UPI Photo

Apple hatte zum Ende des Quartals Reserven von 193 Milliarden Dollar bei 110 Milliarden Dollar Schulden. Der Konzern hatte sich über die Jahre Geld geliehen, um damit unter anderem Ausschüttungen an Aktionäre zu finanzieren - da das bis zur US-Steuerreform günstiger war, als die Auslandsgewinne ins Heimatland zu bringen. Apple hob zugleich die Quartalsdividende an und stellte weitere 50 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe bereit.

ts/rtr/dpa