Stapel mit Conti-Reifen
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Weniger Gewinn, stagnierender Umsatz Euro-Stärke bremst Conti aus

Stand: 27.04.2018, 11:33 Uhr

Negative Währungseffekte haben dem Autozulieferer aus dem Dax den Jahresstart vermiest. Der Gewinn ging in den ersten drei Monaten spürbar zurück. Nun erwägt Conti einen Umbau und einen Börsengang der Antriebssparte.

Auf der Hauptversammlung des Autozulieferers in Hannover signalisierte Vorstandschef Elmar Degenhart eine mögliche Aufspaltung des Konzerns. Continental müsse sich angesichts rasanter Veränderungen der Märkte ständig anpassen. Derzeit werde geprüft, "welcher Aufbau unserer Organisation uns noch schneller wandlungsfähig macht". Die passenden Szenarien würden derzeit durchgespielt, erklärte er. Voraussichtlich Mitte des Jahres solle dem Aufsichtsrat eine Empfehlung vorgelegt werden.

Kommt die Antriebssparte an die Börse?

Möglicherweise könnten die Niedersachsen die Antriebssparte rechtlich verselbständigen und einen Teil an die Börse bringen. Conti baue sein Antriebsgeschäft weiter aus, sagte Degenhart. "Das kann bedeuten, wir verselbständigen teilweise das Geschäft als eigenständige Organisation. "

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Conti hatte zu Jahresanfang angekündigt, über einen Umbau des Unternehmens nachzudenken. Später konkretisierte das Management, es gebe Überlegungen, agile Einheiten zu schaffen, die unabhängiger entscheiden und sich Marktgegebenheiten schneller anpassen könnten. Angesichts des technologischen Wandels hin zu Elektromobilität, Digitalisierung und selbstfahrenden Autos müsse Continental in der Lage sein, flexibel zu reagieren.

Gegenwind von der Währungsseite

Derzeit bremst heftiger Gegenwind von der Währungsseite den Autozulieferer, insbesondere die Reifensparte. Wegen des stärkeren Euro und anderer negativer Wechselkurseffekten schrumpfte das operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns im ersten Quartal überraschend deutlich um neun Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Der Umsatz trat in den ersten drei Monaten des Jahres mit 11 Milliarden Euro auf der Stelle. Ohne die negativen Wechselkurseffekte von rund 550 Millionen Euro wären die Erlöse um 4,3 Prozent gestiegen.

Jahresprognose gesenkt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Aufgrund der Währungsturbulenzen hatte Conti erst vor wenigen Tagen seine Jahresprognose kassiert. Demnach wird für 2018 nur noch eine bereinigte Umsatzrendite (Ebit) von mehr als zehn Prozent statt rund 10,5 Prozent angestrebt. Die Prognose für den Konzernumsatz bekräftigte Conti. Er soll um knapp sieben Prozent auf rund 47 Milliarden Euro steigen.

B5 aktuell Börse
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B5 Börse 12.13 Uhr: Conti vergrätzt Anleger mit schwächerem Ausblick

Conti geht davon aus, dass es weiter Gegenwind von der Währungsseite gibt. Für 2018 hält der Konzern negative Umsatzeinflüsse durch Wechselkurse von insgesamt mehr als eine Milliarde Euro für möglich.

Aktien fallen zurück

Anleger reagieren enttäuscht. Die Conti-Aktien fallen bis zum späten Vormittag um 0,7 Prozent und zählen zu den wenigen Dax-Verlierern. Anfang 2018 hatten die Papiere noch ein Rekordhoch erklommen - nach Bekanntwerden des Aufspaltungs-Szenarios. Inzwischen liegen die Aktien wieder auf dem Niveau von Ende November letzten Jahres.

nb

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Deutschlands führender Autozulieferer ist Bosch. Er ist sogar weltweit die Nummer 1. Die Abteilung Automotive Aftermarket bietet Diagnose- und Werkstatttechnik sowie Ersatzteile. Bosch ist auch ein Chip-Gigant, der weltgrößte Hersteller von Sensoren für Autos mit einem Marktanteil von rund 16 Prozent. Das Unternehmen ist aber nicht börsennotiert.