Autozulieferer

Conti-Reifenwerk in Hannover

Nach Gewinneinbruch Conti verspricht Jahresendspurt

Stand: 10.11.2016, 14:30 Uhr

Bereits Mitte Oktober hatte Conti die Anleger vor einem Gewinneinbruch im dritten Quartal gewarnt. Jetzt sind die Zahlen raus und der Autozulieferer verspricht Besserung im Schlussquartal.

Wegen Rückrufen, Kartellstrafen sowie hoher Vorleistungen für Forschung und Entwicklung ist das Ergebnis im dritten Quartal wie erwartet eingebrochen. Auch die Folgen dreier Erdbeben in Japan machten sich bemerkbar.

Wegen dieser "Sonderbelastungen" sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen Juli und September um 40 Prozent auf 645 Millionen Euro. Der Umsatz zog dagegen um knapp vier Prozent auf 9,98 Milliarden Euro an.

Ausgaben für Forschung steigen

Den im Oktober gesenkten Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte das Management aber. Demnach erwartet Conti wegen der zusätzlichen Belastungen eine niedrigere Rendite. Die operative Marge soll über 10,5 Prozent liegen. Zuvor waren mehr als elf Prozent erwartet worden. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) soll 480 Millionen Euro niedriger ausfallen.

Die Umsatzprognose für 2016 von 41 Milliarden Euro beließ Continental ebenfalls unverändert. Der Dax-Konzern kündigte beim Ergebnis ein starkes Schlussquartal an, ohne Details anzugeben.

Wegen der wachsenden Bedeutung der Elektromobilität muss der Konzern künftig mehr für Forschung ausgeben. "Man kann davon ausgehen, dass in den nächsten Quartalen und Jahren höhere Entwicklungskosten auf uns zukommen", sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Diesen Kosten stünden jedoch Aufträge gegenüber und damit auch ein höherer Umsatz. Somit führten die höheren Forschungsausgaben nicht dazu, dass das Ergebnis sinken werde.

Aktie fällt auf Jahrestief

Die Anleger reagieren zunächst kaum auf die Nachricht, waren die Zahlen doch nach der Gewinnwarnung vom 17. Oktober in etwa so erwartet worden. Auch der versprochene Jahresendspurt reißt niemanden vom Hocker. Im weiteren Tagesverlauf dreht die Aktie dann deutlich ins Minus und fällt bei 160 Euro auf den tiefsten Stand des Jahres.

Bereits seit Jahresanfang haben die Anleger mit Continental keine Freude. Die Titel gaben um mehr als 25 Prozent nach. Wer langfristig dabei ist, der kann allerdings selbst diesen Rückschlag gut verkraften. In den vergangenen fünf Jahren legten Conti um fast 220 Prozent zu.

lg

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Bosch
Deutschlands führender Autozulieferer ist Bosch. Er ist sogar weltweit die Nummer 1. Die Abteilung Automotive Aftermarket bietet Diagnose- und Werkstatttechnik sowie Ersatzteile. Bosch ist auch ein Chip-Gigant, der weltgrößte Hersteller von Sensoren für Autos mit einem Marktanteil von rund 16 Prozent. Das Unternehmen ist aber nicht börsennotiert.