Autozulieferer

Conti-Reifenwerk in Hannover

Continental senkt Ergebnisprognose Anleger trennen sich von Conti

Stand: 18.10.2016, 09:30 Uhr

Der Autozulieferer Continental muss sich von seiner Ergebnisprognose verabschieden. Für die Stimmung der Investoren war das ein kräftiger Dämpfer, auch die Analysten sind überrascht. Die Aktie fällt ans Dax-Ende.

Mit einem Abschlag von rund drei Prozent auf 170,50 Euro sind Conti-Titel das Dax-Schlusslicht. Seit Jahresanfang haben die Investoren mit Continental keine Freude. Die Titel gaben um mehr als 25 Prozent nach. Wer langfristig dabei ist, der kann allerdings selbst diesen Rückschlag gut verkraften. In den vergangenen fünf Jahren legten Conti um fast 220 Prozent zu.

Zweimal rauf, einmal runter

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
182,65
Differenz relativ
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Der Grund für die heutige Reaktion der Anleger: Der Autozulieferer Continental rechnet wegen Produktgewährleistungen und anhängiger Kartellverfahren in diesem Jahr mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis. Auch die Folgen dreier Erdbeben in Japan und hohe Vorleistungen für Forschung und Entwicklung würden das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) um insgesamt 480 Millionen Euro belasten, erklärte der Konzern am Montagabend in einer Pflichtmitteilung.

"Diese Belastungen können nur in Teilen aufgefangen werden", teilt das Management mit. Zwar werde die Umsatzprognose trotz der Situation in Japan mit rund 41 Milliarden Euro vor Wechselkurseinflüssen bestätigt. Die bereinigte Ebit-Marge für den Konzern werde im laufenden Jahr aber nur bei über 10,5 Prozent liegen. Bisher ging der Konzern aus Hannover von über elf Prozent aus. Continental hatte die Prognose in diesem Jahr schon zweimal angehoben.

Kursziele werden angepasst

Nicht nur die Anleger reagierten, auch die Analysten machen sich neue Gedanken. Zahlreiche Experten senkten ihre Kursziele für die Papiere. Das Analysehaus S&P Global strich zudem seine Kaufempfehlung. Die Gewinnwarnung sei "für die meisten überraschend gekommen", sagte Analyst Sascha Gommel von der Commerzbank. Er bleibe neutral eingestellt zur Aktie und werde seine Schätzungen im November anpassen - nach der Bekanntgabe der detaillierten Zahlen zum dritten Quartal.

Andere, darunter die Fachleute der Société Générale oder der Deutschen Bank, setzten dagegen bereits den Rotstift an und strichen ihre Prognosen für das laufende Jahr zusammen. Bei der SocGen führt dies zu einem neuen Kursziel von 190 Euro nach bislang 208 Euro, die Deutsche Bank kappte ihr Ziel von 230 Euro auf 205 Euro.

ts