Sonde zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0

Neue Abgasprüfverfahren Conti vor Durchhänger

Stand: 02.08.2018, 10:32 Uhr

Hohe Investitionen haben im zweiten Quartal die Rendite des Autozulieferers belastet. Besserung ist zunächst nicht in Sicht. Die Anleger sind verärgert.

Die Aktie verliert am Vormittag mehr als drei Prozent und ist damit einer der schwächsten Werte im Dax. Dabei sind es weniger die neuesten Quartalszahlen als vielmehr der Ausblick, der die Anleger aus dem Papier drängt.

Finanzchef Wolfgang Schäfer hat vor einem geschäftlichen Durchhänger wegen neuer Abgasprüfverfahren gewarnt. Durch den am 1. September in Kraft tretenden Prüfzyklus WLTP werde das kommende Quartal voraussichtlich negativ beeinflusst werden. Zudem fielen die Werksferien in das dritte Quartal.

WLTP bremst

Derzeit sei schwer abzuschätzen, wie viel die Kunden im zweiten Quartal wegen der Umstellung des Abgasprüfverfahrens bereits vorproduziert hätten, sagte Schäfer im Gespräch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Wir sehen in unseren Abrufen eine stabile Entwicklung", sagte der Manager.

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Allerdings sei Vorsicht aus Sicht des Unternehmens derzeit der richtige Weg. Autobauer haben mit dem neuen Abgasprüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure) zu kämpfen, weil sie teils hunderte Motor- und Getriebekombinationen neu auf Abgase und Verbrauch prüfen müssen. Am Montag hatte Volkswagen deswegen vor einem schwierigen zweiten Halbjahr gewarnt.

Hohe Investitionen

Ab 1. September dürfen in der EU nur noch Autos mit dem neuen Prüfsiegel verkauft werden. "Uns selbst betreffen diese zusätzlichen Prüfungen nicht", sagte Schäfer. Bei den Kunden wie etwa Volkswagen kommt es aber zu erheblichen Produktionsausfällen.

Im zweiten Quartal haben hohe Investitionen in die Elektromobilität, autonomes Fahren und die Vernetzung von Autos das Ergebnis belastet. Das bereinigte Betriebsergebnis ging auf 1,16 Milliarden Euro zurück, nach 1,17 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahresquartal.

Continental - selbstfahrendes Auto

Continental - selbstfahrendes Auto. | Bildquelle: Unternehmen

Ausblick bestätigt

Zudem hätten Anlaufkosten, die sich aus dem wachsenden Auftragseingang in den zurückliegenden Jahren ergäben, das Ergebnis belastet. Analysten hatten im Schnitt ein bereinigtes Betriebsergebnis von knapp 1,2 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz legte leicht auf rund 11,4 (Vorjahr 11,0) Milliarden Euro zu.

Den Ausblick bekräftigte der Vorstand. Demnach will Continental trotz des Konzernumbaus in diesem Jahr eine Umsatzrendite von mehr als zehn (Vorjahr 10,9) Prozent einfahren.

lg