Continental-Schriftzug in der Zentrale in Hannover
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Nach Bremsspuren im vergangenen Jahr Conti: So geht Zuversicht

Stand: 02.03.2017, 09:32 Uhr

Der Autozulieferer Continental rechnet im laufenden Jahr wieder mit deutlich mehr Wachstum. Als Zeichen der Zuversicht nach der Delle im vergangenen Jahr sollen die Anleger eine höhere Dividende erhalten.

Die Ausschüttung an die Aktionäre soll um 13 Prozent auf 4,25 Euro je Aktie steigen, nach 3,75 Euro im letzten Jahr, wie der Dax-Konzern am Morgen in Hannover mitteilte. Analysten hatten mit einer Erhöhung auf 4,13 Euro gerechnet.

Denn im vergangenen Jahr musste Continental eine Reihe von Belastungen verkraften. Kosten für Rückrufe, Kartellstrafen, mehr Aufwand für die Entwicklung sowie Erdbeben haben dazu geführt, dass das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für das vergangene Jahr (wie bereits im Januar berichtet) um rund drei Prozent auf gut 4,3 Milliarden Euro sank. Dies entspricht einer Marge von 10,7 Prozent. Wie das Unternehmen am Morgen bekannt gab, kletterte der Nettogewinn trotzdem um knapp drei Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Ebit-Marge etwas schwächer

Der Umsatz kletterte letztes Jahr um drei Prozent auf 40,5 Milliarden Euro. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanstieg auf mehr als 43 Milliarden Euro. "Damit würden wir erneut schneller wachsen als der Markt", erklärte Vorstandschef Elmar Degenhart anlässlich der Bilanzpräsentation 2016.

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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135,95
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Die bereinigte Ebit-Marge soll über 10,5 Prozent liegen. Damit dämpfte der Dax-Konzern seine Rendite-Prognose marginal. Das noch im Januar bei der Veröffentlichung erster Kernzahlen hinzugefügte Wort "sicher" entfiel. Ein Sprecher begründete dies mit höheren Kosten für Rohmaterialien in der Gummisparte.

Für Toll Collect beworben

Degenhart sagte, die Automobilindustrie befinde sich im Wandel. Conti habe deshalb die Weichen für das Wachstum von morgen gestellt: "Heute entwickeln und fertigen wir wegweisende Technologien für die Mobilität von Menschen und ihren Gütern. Morgen werden wir zunehmend mit Mobilitätsdiensten Geld verdienen", sagte der Conti-Chef. Gleiches gelte für das Geschäftsmodell. "Selten war es spannender und chancenreicher, die Mobilität der Zukunft zu gestalten", so Degenhart.

Im Bereich Elektromobilität sei Continental schon heute führend, habe das Unternehmen hier doch bereits mehr als eine Milliarde Euro investiert. Laut "Handelsblatt" will sich Conti zusammen mit dem US-Konzern IBM um den Betrieb des deutschen Mautsystems Toll Collect bewerben. Zu den Bewerbern bei dem vertraulichen Vergabeverfahren beim Bundesverkehrsministerium gehört auch das bisherige Konsortium aus Deutscher Telekom, Daimler und der französischen Cofiroute.

An der Börse kommen die Zahlen zunächst gut an. Die Aktie rutscht im weiteren Verlauf allerdings leicht ins Minus.

lg