Continental - selbstfahrendes Auto
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Läuft gut Conti setzt auf Elektronik und Preiserhöhungen

Stand: 03.08.2017, 13:22 Uhr

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat seine Prognose für das Gesamtjahr leicht angehoben. Sorgen macht die Reifensparte. Zur Zukunft von Diesel- und Benzinmotoren hat man eine klare Meinung.

Der Konzern aus Hannover steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 22 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging dagegen leicht auf 2,33 Milliarden Euro zurück. Grund dafür waren unter anderem höhere Rohstoffkosten in der Reifensparte, die das Ergebnis mit 300 Millionen Euro belasteten. Im zweiten Halbjahr dürften diese Effekte geringer werden, auch weil Conti die seine Reifenpreise um drei bis fünf Prozent anheben will.

Das Geschäft mit Autoelektronik wie Fahrerassistenzsystemen lief stark, die Sparte steigerte ihre Erlöse im ersten Halbjahr um fast zehn Prozent auf rund 13,4 Milliarden Euro. Das Ebit legte hier auf knapp 1,1 Milliarden Euro zu - nach rund 942 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Fahrerassistenzsysteme werden aus Gründen der Sicherheit in immer mehr Autos eingebaut, auch im Hinblick auf das langfristige Ziel selbstständig fahrender Autos.

Im Gesamtjahr soll der Umsatz um 500 Millionen Euro höher ausfallen als erwartet und damit mehr als 44 Milliarden Euro erreichen. Die Ergebnisprognose wurde bestätigt. Demnach soll die Marge auf Basis des bereinigten Ebit im laufenden Jahr den Wert von 10,5 Prozent sicher erreichen. Nach sechs Monaten liegt Conti mit einer bereinigten Marge von 10,7 Prozent auf gutem Weg. Contis Prognosen gelten traditionell als konservativ.

Auslaufmodell Verbrennungsmotor

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die nächste Generation Verbrennungsmotoren wird nach Einschätzung des Autozulieferers Continental auch die letzte sein. Die meisten Autobauer entwickelten noch bis etwa 2023 die letzte Motorengeneration mit Kraftstoffantrieb, sagte Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer am Donnerstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Da wird nochmal eine neue Verbrennungsmotorengeneration entwickelt werden, aber danach wird dann wahrscheinlich eine solche Weiterentwicklung gar nicht mehr wirtschaftlich vertretbar sein." Das entspreche dem Szenario, dass ab Mitte des kommenden Jahrzehnts Elektroautos auf dem Vormarsch seien.

Die Conti-Aktie reagierte zuerst sehr positiv auf das Zahlenwerk, dreht dann aber sogar leicht ins Minus. Für die Aktie ist nun wichtig, dass die charttechnische Unterstützung bei 187 Euro hält.

ME