Fahnen mit Unternehmenslogo von Continental in Hannover
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Unerwartet positive Umsatzprognose Conti macht Lust auf mehr

Stand: 09.01.2018, 19:12 Uhr

Meist gibt sich der Autozulieferer zum Jahresauftakt bescheiden. Doch im Spiele-Paradies Las Vegas zeigt sich Conti so euphorisch wie lange nicht: Im neuen Jahr soll sich das Wachstum nochmals kräftig beschleunigen.

Conti gibt 2018 Gummi: Der Autozulieferer und Reifenhersteller peilt für das neue Jahr eine Umsatzsteigerung von sieben Prozent auf rund 47 Milliarden Euro an. Mit einem solchen optimistischen Ausblick hatten wohl die wenigsten Analysten gerechnet. Hat Conti den Jackpot in Las Vegas gewonnen?

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Mitnichten. Es ist die weiterhin starke Nachfrage aus der Autoindustrie, die den sonst so zurückhaltenden Conti-Chef Elmar Degenhart vor Zuversicht strotzen lässt. Der Auftragseingang der Sparte zeige das Vertrauen der Kunden, sagte er bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen in Las Vegas am Rande der Consumer Electronics Show (CES). "Er ist 2017 auf mehr als 39 Milliarden Euro angestiegen."

Acht Prozent Wachstum 2017

Markus Gürne
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Aus eins mach zwei

Insgesamt kletterten die Erlöse im abgelaufenen Jahr um acht Prozent auf rund 44 Milliarden Euro – vor Wechselkurseffekten. Die um Sondereffekte bereinigte Rendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) stagnierte bei 10,8 Prozent, lag aber über den vom Vorstand angepeilten 10,5 Prozent. Im Schlussquartal seien Umsatz und Ergebnis wie erwartet besonders stark gewesen, teilten die Hannoveraner mit.

Zum Wachstum hätten vor allem die Automotive-Divisionen sowie die Tochter ContiTech und das Geschäft mit Winterreifen beigetragen. Gebremst wurde Conti in der Reifensparte von gestiegenen Kosten für den Einkauf von Kautschuk und anderen Rohmaterialien. Das Reifengeschäft ist zwar der kleinere Teil im Conti-Konzern, liefert aber den Löwenanteil des Gewinns.

Bescheidenes Gewinnziel

Nur bei der Gewinnprognose ist Conti wieder mal bescheiden. 2018 soll eine Ebit-Marge von 10,5 Prozent "sicher erreicht werden", kündigte Conti an. Analysten sind da wesentlich optimistischer. Sie trauen Conti bei der Marge bereits rund 11,3 Prozent zu.

Die Aktien von Conti kletterten am Dienstag auf ein Rekordhoch von über 251 Euro. Das lag aber nicht an den Jahreszahlen, die erst nach Xetra-Schluss bekannt gegeben wurden, sondern an der Phantasie über eine Aufspaltung des Konzerns. In Las Vegas bestätigte der Autozulieferer solche Überlegungen. Man befinde sich "in einem frühen Analysestadium" und spiele Szenarien durch, "um unsere Organisation noch flexibler auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie auszurichten", teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Ob und welche Änderungen sich aus diesen Analysen und Szenarien ergäben, sei zum derzeitigen Zeitpunkt noch völlig offen. "Von daher liegen auch keine beschlussfähigen Pläne vor."

nb