Fahnen mit Unternehmenslogo von Continental in Hannover
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Mehr Gewinn als erwartet Conti beruhigt die Anleger

Stand: 25.10.2018, 15:55 Uhr

Zwei Mal bereits in diesem Jahr schockte der Autozulieferer mit einer Gewinnwarnung. Nun läuft es offenbar doch etwas besser als befürchtet. Die Anleger reagieren erleichtert. Die Aktie schaltet einen Gang höher.

Die Titel des Autozulieferers sausen bis zum frühen Nachmittag um gut fünf Prozent nach vorn. Zeitweise betrug das Plus fast zehn Prozent. Damit führt Conti mit großem Abstand die Liste der Dax-Gewinner an.

Der Zulieferer sieht sich trotz des zunehmenden Gegenwinds in der Autobranche auf Kurs für seine gesenkten Jahresziele. Conti-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer bekräftigte die Ergebnisprognose. Die bereinigte Ebitda-Marge für den Autozulieferer-Sparte (Automotive Group) soll bei sieben Prozent und für die Rubber-Sparte bei 13 Prozent liegen.

70 Millionen mehr Gewinn als geplant

Im dritten Quartal habe der Dax-Konzern aus Hannover beim bereinigten Betriebsergebnis sogar das selbst gesteckte Ziel von 700 Millionen Euro übertroffen. Es liege bei 770 Millionen Euro, erklärte er im Interview gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

"Die bereinigte Umsatzrendite sollte im Gesamtjahr wie angekündigt über neun Prozent liegen", bekräftigte Conti-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Im vierten Quartal "dürfte die Marge etwas unter zehn Prozent liegen", meinte Schäfer.

Umsatz unter 45 Milliarden Euro?

Nur der Umsatz könnte etwas schwächer ausfallen als geplant. "Wir hatten rund 45 Milliarden für das Gesamtjahr angekündigt, es könnten vielleicht 44,5 Milliarden werden", sagte Finanzchef Schäfer. Das sei "noch im Rahmen dessen, was wir erwartet hatten".

Im dritten Quartal lagen die Erlöse mit 10,8 Milliarden Euro am unteren Ende der eigenen Erwartungen. Schäfer begründete dies mit der schwächeren Autoproduktion in China und Europa. Das Marktumfeld habe sich deutlich abgeschwächt.

Mit Sparprogrammen gegen die Flaute

Der ganze Konzern arbeite derzeit mit Hochdruck daran, sich auf das geringere Wachstum einzustellen. Der Kostendruck sei deutlich höher als in der Vergangenheit. Laut Schäfer seien auch Sparprogramme aufgelegt worden. Auch einen Personalabbau schließt er nicht aus. Entschieden sei darüber noch nicht, betonte Schäfer. Details dazu wird Continental möglicherweise mit den endgültigen Quartalszahlen am 8. November bekanntgeben.

Conti hatte Ende August überraschend zum zweiten Mal binnen weniger Monate seine Geschäftsziele eingedampft - unter anderem weil sich die Sparte Antriebstechnik (Powertrain) nicht wie erwartet entwickelte. etwa 25 Prozent der Aktien der Powertrain-Sparte sollen an die Börse gebracht werden. Nach der Gewinnwarnung geriet Conti-Chef Elmar Degenhart unter Druck. Zumal er auch noch die Schuld bei den Mitarbeitern suchte. Er schrieb einen Brandbrief an seine rund 400 Top-Manager.

Gegenwind für die Autoindustrie

Die Autobranche kämpft derzeit unter anderem mit den Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China und der Dieselkrise. Daimler und BMW haben deshalb ihre Ziele heruntergeschraubt. Volkswagen will seine Zahlen für das abgelaufene Quartal am Dienstag präsentieren. Dann wird sich zeigen, ob auch der weltgrößte Autobauer, der zu den größten Kunden von Conti zählt, seine Prognose nachjustieren muss.

nb

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