Continental-Antriebstechnik

IPO wohl erst 2020 Conti-Antriebssparte kommt später an die Börse

Stand: 26.04.2019, 09:14 Uhr

Am deutschen IPO-Markt herrscht Flaute. Nun hat nach VW auch noch Conti seinen für das zweite Halbjahr geplanten Teilbörsengang verschoben. Dabei läuft es für den Konzern momentan nicht so schlecht wie befürchtet.

Auf der heutigen Hauptversammlung in Hannover präsentierte Vorstandschef Elmar Degenhart den Aktionären ein "solides Quartalsergebnis". Zwar konnte sich auch Conti der schwachen Autokonjunktur nicht entziehen. Das bereinigte operative Ergebnis brach um 17 Prozent auf 884 Millionen Euro ein. Damit schlug sich der Autozulieferer aus Hannover aber besser als von Analysten erwartet. Diese hatten mit lediglich rund 809 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz stagnierte bei gut elf Milliarden Euro. Und das obwohl die weltweite Autoproduktion in den ersten drei Monaten des Jahres vorläufigen Zahlen zufolge um über sechs Prozent absackte. Conti-Chef Degenhart begründete die solide Quartalsbilanz mit "unserer starken Marktposition auf den Mobilitätsmärkten weltweit" sowie die "erhöhte Kostendisziplin".

Zweite Jahreshälfte soll besser werden

Für das zweite Halbjahr erwartet Conti eine Belebung des wirtschaftlichen Umfelds. Deshalb hält der Vorstand an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Demnach peilt der Dax-Konzern einen Umsatz zwischen 45 und 47 Milliarden Euro und eine operative Rendite zwischen acht und neun Prozent an. Im vergangenen Jahr hatte der hannoversche Konzern mehrfach seine Gewinnziele nach unten korrigiert, weil der Abwärtstrend an den Automobilmärkten die Margen drückte.

Der Teilbörsengang seiner Antriebssparte allerdings soll nun doch nicht in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Der Autozulieferer verschiebt das IPO auf 2020. Voraussichtlich gegen Ende des zweiten Halbjahres könnte der Kapitalmarkt über weitere Details des geplanten Gangs aufs Parkett informiert werden, teilte Conti am Freitag mit. Nach Abschluss weiterer technischer und regulatorischer Schritte werde das Unternehmen in der Lage sein, den Teilbörsengang abzuschließen. Damit sei je nach Marktlage ab 2020 zu rechnen.

Teil-IPO nicht um jeden Preis

Zur Bilanzpressekonferenz im März hatte Conti noch mitgeteilt, die Vorbereitungen für einen möglichen Teilbörsengang im zweiten Halbjahr 2019 liefen planmäßig. Finanzvorstand Wolfgang Schäfer hatte allerdings bereits eingeschränkt, Conti wolle seine Antriebssparte (Powertrain) nicht um jeden Preis an die Börse bringen.

Vor wenigen Wochen hatte bereits Volkswagen den geplanten milliardenschweren Börsengang seiner Lkw- und Bus-Tochter Traton verschoben. Als Grund nannte der Wolfsburger Konzern das damals schlechte Marktumfeld. Davon kann inzwischen keine Rede mehr sein. Der Dax hat in dieser Woche ein Sechsmonatshoch erklommen.

Aktien gefragt

Die Quartalszahlen und der bestätigte Jahresausblick beruhigen die Anleger. Die Conti-Aktien legen um über zwei Prozent zu und sind größter Gewinner im Dax. Seit Jahresbeginn haben die Titel des Autozulieferers rund 27 Prozent gewonnen.

nb