Compugroup profitiert von elektronischer Gesundheitskarte

Profiteur der Digitalisierung Compugroup löst Versprechen ein

Stand: 09.08.2018, 11:55 Uhr

Das Software-Unternehmen erntet langsam die Früchte jahrelanger Entwicklungsarbeit. Der Ausbau der Infrastruktur zum Informationsaustausch zwischen Ärzten und Krankenhäusern spielt Compugroup in die Hände. Die Aktie klettert weiter.

Der Titel gewann am Morgen bis zu neun Prozent und ist auch am Mittag noch stärkster Wert im TecDax. Compugroup-Aktien einen recht steilen Aufwärtstrend seit einem Jahrestief bei rund 37 Euro Ende Mai fort; derzeit notiert die Aktie bei rund 52 Euro.

Das Medizinsoftwareunternehmen hat dank der elektronischen Gesundheitskarte seinen Umsatz im zweiten Quartal um knapp 36 Prozent auf 190 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 64 Prozent auf 54 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Compugroup mit 25,2 Millionen Euro im Quartal mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Praxen und Krankenhäuser vernetzt

Unverkennbar ist, was Compugroup auch am Donnerstag noch einmal bekräftigte: Das Unternehmen kann langsam die Ernte seiner jahrelangen Investitionen in die Vernetzung des Gesundheitswesens einfahren. Compugroup ist fleißig dabei, diese so genannte "Telematik-Infrastruktur" aufzubauen. Seit Ende des vergangenen Jahres verfügt das Unternehmen über die Zulassungen für den Verkauf eines Kartenlesers sowie eines Konnektors, der eine abhörsichere Datenübertragung gewährleisten soll. Bis Ende des zweiten Quartals installierte man rund 27.000 Verbindungspakete in erster Linie in Arztpraxen.

Die Geschäftsprognose für das Gesamtjahr scheint damit gut erreichbar zu sein. Compugroup peilt einen Umsatz von 700 bis 730 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von 175 bis 190 Millionen Euro an.

Wolken am Telematik-Horizont

Allerdings ist die derzeit noch privilegierte Position des Unternehmens bei Praxissoftware und als Ausrüster der Digitalisierung im Gesundheitswesen in der Zukunft wohl so nicht mehr gegeben. Denn mittlerweile hat auch die Telekom-Tochter T-Systems eine Zulassung für die technischen Anschlussgeräte erhalten. Analysten rechnen entsprechend mit härterer Konkurrenz für die Compugroup.

AB