Compugroup profitiert von elektronischer Gesundheitskarte

Kommunikationsprobleme Compugroup: Chef redet Aktie runter

Stand: 08.10.2018, 14:00 Uhr

Die Titel von Compugroup kosten die Anleger und wohl auch das Management heute einige Nerven. Eine unglückliche Formulierung des Konzernchefs in einem Zeitungsinterview brachte die Aktie ins Trudeln. Jetzt hat das Unternehmen etwas klargestellt.

Die Medizinsoftwarefirma Compugroup Medical hält an ihrem Ausblick für das Gesamtjahr fest. Es werde weiterhin mit einem Umsatz zwischen 700 und 730 Millionen Euro gerechnet, teilte die Firma aus Koblenz mit. Zuvor hatte ein Medienbericht die im SDax gelisteten Aktien auf Talfahrt geschickt.

Zurück über der 200-Tage-Linie

Compugroup: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
47,86
Differenz relativ
-3,23%

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitierte Vorstandschef Frank Gotthardt mit der Aussage, dass die Jahreserlöse bei etwa 700 Millionen Euro liegen dürften. Zur Eröffnung ging es für das Papier mehr als sechs Prozent nach unten. Die Mitteilung wirkt tatsächlich etwas beruhigend auf die Investoren. Mittlerweile liegt das Compugroup-Papier nur noch rund 1,5 Prozent im Minus.

Einen zwischenzeitlichen Fall unter die bei Charttechnikern vielbeachtete 200-Tage-Linie konnte die Aktie damit wettmachen. Diese verläuft derzeit bei 47,33 Euro, im Tief war der SDax-Titel aber kurz unter die Marke von 47 Euro gefallen. Zuletzt wurde die Aktie dann wieder darüber zu 49,16 Euro gehandelt.

Drittes Standbein

Mittlerweile hat auch die Nachrichtenagentur Reuters mit Gotthardt gesprochen: Compugroup Medical setze für die Zukunft auf elektronische Patientenakten. "Meine Vision ist, dass das Geschäft mit elektronischen Patientenakten unser drittes Standbein wird", sagte der Vorstandschef über die Datenbanken, die die Speicherung von Informationen zu Behandlungen, Diagnosen und Medikamenten vereinheitlichen sollen.

"Ich wage nicht zu sagen, ob das Geschäft größer oder genauso groß wird wie unsere anderen Sparten." Bisher hat das im SDax notierte Unternehmen vor allem Software für Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken im Angebot und vernetzt Akteure des Gesundheitswesens.

ts