Commerzbank-Hauptversammlung 2019 in Wiesbaden
Audio

Hauptversammlung Commerzbank will schärfer werden

Stand: 22.05.2019, 11:20 Uhr

Die Commerzbank leckt noch ihre Wunden nach den gescheiterten Fusionsplänen mit der Deutschen Bank. Konzernchef Martin Zielke macht daher auf der heutigen Hauptversammlung auf gut Wetter.

Mit dem im vergangenen Jahr erreichten Gewinn von 865 Millionen Euro könne die Bank nicht zufrieden sein, sagte Vorstandschef Martin Zielke am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Wiesbaden. "Hier können und müssen wir mehr erreichen."

B5-Moderator Rigobert Kaiser
Audio

B5 Börse 13.14 Uhr: Coba lässt sich Zeit mit Strategie

Im laufenden Jahr rechnet Zielke mit einem leicht höheren Konzernergebnis als 2018. "Wir wollen auch für 2019 wieder eine Dividende zahlen", bekräftigte er. "Wir planen eine Ausschüttungsquote, die auf vergleichbaren Niveau des Jahres 2018 liegen wird." Für das vergangene Jahr erhalten Aktionäre, die die Anteilsscheine heute Abend halten, eine Dividende von 20 Cent je Aktie. Das ist erst die zweite Dividende nach der Rettung durch den Staat im Zuge der Finanzkrise.

Im ersten Quartal hatten geringere Erträge und höhere Steuern der Commerzbank zum Jahresstart einen Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich verdiente das zweitgrößte deutsche Geldhaus im ersten Quartal 120 Millionen Euro und damit 54 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

"Strategie nachschärfen"

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,04
Differenz relativ
-1,19%

Die Ende April beendeten Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Institute hätten "auch gezeigt, wo wir möglicherweise unsere Strategie nachschärfen sollten", sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke.

Der Manager verteidigte seine die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank gegen Kritik von außen und innen: "Wir müssen alle Optionen prüfen, um die Commerzbank einfacher, besser und schneller zu machen."

Die Commerzbank-Aktie reagierte mit Kursverlusten von gut einem Prozent auf die Neuigkeiten auf der Hauptversammlung. Innerhalb eines Jahres hat das Papier knapp 30 Prozent an Wert verloren.

ME