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Spekulationen um Ausstieg des Bundes Commerzbank: Wer steigt ein, wer steigt aus?

Stand: 04.08.2017, 11:02 Uhr

Trotz der verheerenden Verluste im zweiten Quartal ist die Commerzbank offenbar in den Fokus von Investoren gerückt. Die "Wirtschaftswoche" spekuliert sogar über einen Ausstieg des Bundes.

Dem Magazin zufolge könnte sich der Bund nach den Wahlen im September aus der Commerzbank zurückziehen. "Nach der Bundestagswahl kann es deutlich schneller gehen als viele denken", zitiert das Blatt einen "Commerzbank-Kenner".

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Finanzministerium sondiere bereits Optionen für seinen Anteil von 15,6 Prozent. Möglich sei ein Verkauf an einen Interessenten wie auch eine Trennung über die Börse. Laut dem Magazin strebt der Bund "möglichst" einen Erlös von 3,5 Milliarden Euro für seine Anteile an. Dazu müsste die Aktie von 11,25 Euro bis auf 18 Euro steigen. Derzeit ist das Paket knapp 2,2 Milliarden Euro wert, bezahlt hat der Bund gut fünf Milliarden. Damit wäre die Rettung der Bank, die sich mit dem Kauf der Dresdner Bank kurz vor Ausbruch der Finanzkrise übernommen hatte, ein Verlustgeschäft.

Bund könnte auch Verluste akzeptieren

Allerdings sei der Ausstieg zum Einstiegspreis keine unabänderliche Bedingung mehr, schreibt die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Insider. Der neue Finanzminister dürfte bereit sein, auch einen Verlust in Kauf zu nehmen, um die Beteiligung los zu werden. Tatsächlich hat sich der Bund in den letzten Jahren aus strategischen Entscheidungen des Commerzbank-Vorstandes herausgehalten. Zu vernehmen war der Anteilseigner aus Berlin nur, wenn es um Bonus-Zahlungen oder Vorstandsgehälter ging, ganz so als seien das die größten Probleme der Commerzbank.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
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8,44
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Die Bank selbst will sich zu den neuerlichen Spekulationen nicht äußern. Dass die seit vielen Jahren von Krisen und Umbauten geschüttelte Bank für Investoren dennoch interessant ist, zeigt der kürzlich erfolgte Einstieg des Finanzinvestors Cerberus. Der hat fünf Prozent an Deutschlands zweitgrößter Bank erworben - obwohl das Institut wieder einmal in einer Umbauphase steckt und sich der Zugewinn von einer Million Privatkunden in den letzten Jahren sich bisher nicht im Ergebnis niederschlägt

Namen möglicher Käufer

In den Spekulationen über mögliche Kaufkandidaten der Commerzbank würden auch wieder die üblichen Interessenten BNP Paribas und Santander auftauchen, berichtet die "Wirtschaftswoche". Wahr oder erfunden, die Commerzbank sorgt erneut für Gesprächsstoff an den Märkten.

lg