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ETF-Sparte verkauft Commerzbank: Umbau kommt voran

Stand: 03.07.2018, 08:41 Uhr

Die Commerzbank kommt bei ihrem Umbau einen Schritt weiter. Dafür soll nun das Geschäft mit börsengehandelten Fonds (ETFs) an die Société Générale verkauft werden.

Der Verkauf des in der Sparte EMC gebündelten Geschäfts solle zur Vereinfachung der IT-Infrastruktur und des Geschäftsmodell beitragen, erklärte die Commerzbank am Dienstag. Handelsbücher, Kundengeschäft, Mitarbeiter und Teile der IT-Infrastruktur an Société Générale übertragen. Die Übertragung der Handelsbücher und die entsprechenden Auswirkungen auf Bilanz und Erträge würden schrittweise erfolgen und voraussichtlich Ende 2018 beginnen. Einen Kaufpreis nannten die beiden Banken nicht.

Der Abbau von Aufwendungen, die in Zusammenhang mit EMC stehen, soll die Kostenbasis der Commerzbank bis Ende 2020 um mindestens 200 Millionen Euro entlasten. Allerdings werden künftig auch die Erträge der Sparte fehlen. Sie sollen im Laufe des Jahres 2019 auslaufen. Der Bereich erwirtschaftete 2017 Bruttoerträge von 381 Millionen Euro.

Zielke spricht von "Meilenstein"

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Commerzbank-Chef Martin Zielke sprach von einem "Meilenstein in der Umsetzung der Strategie Commerzbank 4.0", mit der die Komplexität der Bank reduziert und Kapital für die Kerngeschäftsfelder freigesetzt werden soll.

Seit Verkündung der Strategie seien durch die Straffung des Bereichs Fixed Income, Currencies & Commodities (FICC) bereits mehr als drei Milliarden Euro Risikoaktiva freigesetzt worden, betont die Commerzbank. Durch die Veräußerung der EMC-Sparte werde die Commerzbank von einem zusätzlichen Abbau profitieren. Zudem soll der Verkauf dazu beitragen, künftige Belastungen aufgrund der Einführung neuer regulatorischer Vorschriften zur Kapitalunterlegung von Marktrisiken zu vermeiden.

Verheerender Kursverlauf

Anlegern, die im Besitz der betroffenen ETF-Produkte sind, verspricht die Commerzbank einen reibungslosen und transparenten Übergang.

An der Börse kommt die Transaktion zunächst gut an. Im frühen Handel auf der Plattform Tradegate legt die Commerzbank-Aktie 0,6 Prozent zu. An dem verheerenden Niedergang des Papiers ändert dies allerdings nichts: Allein im ersten Halbjahr hat es 34,5 Prozent an Wert eingebüßt und war damit nach der Deutschen Bank der zweitschlechteste Dax-Wert. Am Morgen wurde zudem bekannt, dass Morgan Stanley das Kursziel für die Aktie von 11,50 Euro auf 10,00 Euro gesenkt hat.

lg

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