Commerzbank-Logo an einer Hochhausfassade in Frankfurt

Die Personalchefin spricht Commerzbank kassiert gewisse Boni ein

Stand: 19.10.2018, 13:45 Uhr

Die Commerzbank will ihr Bonus-System überarbeiten. Damit müssen sich rund 20.000 Commerzbanker umgewöhnen. Aber eben nicht alle. Die Investmentbanker können sich auch weiter richtig viel hinzuverdienen.

Von Beginn des kommenden Jahres gilt für die etwa 20.000 außertariflich bezahlten Mitarbeiter der Frankfurter Bank ein neues Vergütungsmodell. Das sagte Personalvorstand Bettina Orlopp dem "Handelsblatt". Bislang konnten Führungskräfte relativ frei entscheiden, wie hoch die individuelle Bonuszahlung für jeden Mitarbeiter ausfällt.

Künftig orientiert sich die Größenordnung danach, in welcher von sechs Gehaltsstufen für außertariflich Beschäftigte ein Mitarbeiter eingeordnet ist. Maßgeblich für den gesamten Bonus ist dann die Geschäftsentwicklung der Bank sowie die Leistung der Sparte des jeweiligen Mitarbeiters.

Risk Taker werden weiter gepampert

Bei Mitarbeitern an Auslandsstandorten und denjenigen, die das Risikoprofil der Bank stark beeinflussen - sogenannte Risk Taker - soll sich der Bonus weiterhin an der individuellen Leistung orientieren, erklärte Orlopp. Nach ihren Angaben gibt es etwa 1.200 "Risk Taker" in der Bank.

Ein großer Teil der traditionell gut verdienenden Investmentbanker werde auch weiterhin nach freiem Ermessen bezahlt. "Insgesamt sind die Mitarbeiter bessergestellt worden. Das kann im Einzelfall variieren, aber unter dem Strich ist es positiv", sagte Orlopp. "Etwa 15.000 Mitarbeiter werden bei uns nach Tarif bezahlt, für die ändert sich nichts."

Mit einer erhöhten Fluktuation rechnet die Managerin dagegen nicht. "Fluktuation ist im Investmentbanking etwas, das ohnehin dazugehört. Und die junge Generation bewegt sich durchaus schneller als früher. Bislang gelingt es uns jedenfalls immer wieder, Talente bei der Konkurrenz abzuwerben."

dpa-AFX/ME