Commerzbank und Commerzbank-Tower in Frankfurt

294 Millionen Euro Gewinn Commerzbank kann noch positiv überraschen

Stand: 28.10.2019, 17:12 Uhr

Kostensenkungen und der Verkauf der Tochter Ebase haben der Commerzbank einen Gewinnsprung beschert. Im dritten Quartal verdiente das Frankfurter Geldinstitut 35 Prozent mehr. Analysten hatten weniger erwartet.

Schwere Zeiten hat die Commerzbank hinter sich. Erst fiel die Bank aus dem Dax, dann platzte die Fusion mit der Deutschen Bank, und auch der kürzlich angekündigte Umbau überzeugte die Anleger kaum. Die Aktien gaben seit Mai um gut 30 Prozent nach und notieren nun wieder in etwa da, wo sie Anfang des Jahres standen. 

Aktien legen zu

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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5,20
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Am Montag konnten sich die MDax-Titel erholen. Sie schlossen um 2,3 Prozent fester. Die vorläufigen Quartalszahlen, die die Commerzbank kurz vor Xetra-Schluss vorlegte, fielen besser aus als erwartet.

Dank des Verkaufs der Tochter Ebase, gesunkener Kosten und weniger Vorsorge für faule Kredite stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf 294 Millionen Euro. Die durchschnittlichen Analysten-Schätzungen lagen bei lediglich 218 Millionen Euro.  Das operative Ergebnis legte ebenfalls stärker als erwartet zu - um knapp 30 Prozent auf 448 Millionen Euro.

Schub vom Privatkunden-Geschäft

Die Erträge der Commerzbank kletterten - beeinflusst von Sondereffekten - um zwei Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Getrieben wurde das Ergebnis vom Geschäft mit Privatkunden und kleinen Unternehmen. Das Firmenkunden-Segment geriet dagegen stärker unter Druck. Das komplette Zahlenwerk zum dritten Quartal will das Institut wie geplant am 7. November vorlegen.

Ende September hatte die Commerzbank nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank Pläne für einen radikalen Umbau bekanntgegeben. Damit will sich das teilverstaatlichte Institut gegen die Niedrigzinsen und den scharfen Wettbewerb rüsten. Die Bankenbranche steht unter Druck. Die herbeigesehnte Wende zu höheren Zinsen hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf unbestimmte Zeit verschoben, der Strafzins für geparkte Gelder kostet die Branche Milliarden.

nb