Commerzbank und Commerzbank-Tower in Frankfurt
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Verluste wegen Stellenabbau Commerzbank in der Transformation

Stand: 02.08.2017, 07:52 Uhr

Auf Verluste im Quartal hatte die Bank die Anleger bereits vor einigen Wochen eingestellt. Der Abbau tausender Stellen sorgt für rote Zahlen in der Bilanz. Doch im "Transformationsjahr" sieht sich die Bank im Plan.

Auch wenn das Institut mit dem Stellenabbau beim Personal schneller voran kommt als gedacht, die herben Verluste im zweiten Quartal müssen Anleger erst einmal verdauen. Unter dem Strich fiel ein Netto-Minus von 637 Millionen Euro an. Im Vorjahr hatte die Bank noch einen Gewinn von 209 Millionen Euro erreicht, die Analysten hatten mit deutlich kleineren Verlusten gerechnet.

Weniger Aufwendungen als gedacht

Ende Juni hatte die Bank einen harten Effekt der Stellenstreichungen im zweiten Quartal angekündigt. Insgesamt 807 Millionen Euro wurden für Abfindungen und "andere Kosten" im Zusammenhang damit zurückgestellt und wirken nun ergebnismindernd. Das ist immerhin weniger als die 550 Millionen Euro, die ursprünglich jeweils für die Jahre 2017 und 2018 eingeplant worden waren. Rund 9.600 Vollzeitstellen will die Bank bis 2020 streichen, betriebsbedingte Kündigungen dabei aber vermeiden.

Die Bank, die sich nach eigenen Angaben in einem "Transformationsjahr" befindet, kam aber auch im laufenden Geschäft im zweiten Quartal nicht an die Erwartungen des Marktes heran. Beim operativen Ergebnis lag das Plus bei 183 Millionen Euro, nach 342 Millionen Euro im Vorjahr, die Konsensschätzung hatte allerdings bei 218 Millionen Euro.

Kernkapitalquote im Rahmen

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Erfreulich ist die "harte Kernkapitalquote", die per Quartalsende bei 13,0 Prozent und damit über der eigenen Vorgabe des Instituts lag. Die gilt als Maßstab für die finanzielle Stabilität der Bank. Im laufenden Gesamtjahr soll die Quote bei 12,5 liegen.

Im Bereich Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland hat die Commerzbank seit Jahresbeginn rund 500.000 neue Kunden gewonnen. Darunter sind rund 100.000 Kunden, die durch die Übernahme der Onvista Bank durch die Tochter Comdirect aufgenommen wurden.

Erträge rückläufig

Weiterhin kämpft die Bank mit einem Portfolio "problematischer" Schiffskredite. Es wurde im ersten Halbjahr um 0,9 Milliarden Euro reduziert, liegt aber noch immer bei 3,9 Milliarden Euro. Bis Ende des Jahres soll es auf rund 3,0 Milliarden Euro reduziert werden.

Die Gesamterträge der Commerzbank, vergleichbar mit dem Umsatz, gingen im Quartal von 2,24 Milliarden Euro auf 2,07 Milliarden Euro zurück.

Die Commerzbank-Aktie dürfte am Morgen mit leichten Verlusten in einen gut behaupteten Gesamtmarkt starten.

AB