Commerzbank im Regen

Commerzbank hat für Comdirect tief in die Tasche gegriffen

Stand: 24.01.2020, 18:16 Uhr

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Commerzbank hat sich die Komplettübernahme ihrer Online-Tochter Comdirect deutlich mehr kosten lassen als geplant. Der Hedgefonds Petrus Advisers, der sich monatelang gegen einen Verkauf seiner Comdirect-Aktien gesträubt hatte, wurde mit 171 Millionen Euro abgefunden, wie Comdirect am Freitag im Bundesanzeiger mitteilte.

Mit 15,15 Euro je Aktie erhielt Petrus für sein Anteilspaket von acht Prozent fast ein Drittel mehr Geld als die übrigen Comdirect-Aktionäre, denen die Commerzbank 11,44 Euro geboten hatte.

Nur mit Hilfe der Petrus-Anteile erreichte die Frankfurter Großbank die 90-Prozent-Schwelle, die es ihr ermöglicht, die restlichen Anteilseigner zwangsweise abfinden (Squeeze-out) zu lassen. Für Petrus hat sich der Poker mit der Commerzbank gelohnt. Als der Investor 2017 bei Comdirect einstieg, lag die Aktie zwischen neun und zwölf Euro. Später stockte er zu Preisen zwischen zwölf und 14 Euro weiter auf.