Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank
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Anleger greifen zu Commerzbank: Gewinnsprung mit Dämpfer

Stand: 14.02.2019, 13:39 Uhr

Der Gewinn fast versiebenfacht, endlich wieder eine Dividende: Der Commerzbank gelingt ein erfolgreicher Jahresabschluss. Bei den Investoren kommen die Zahlen gut an, obwohl die Bank ihr Gewinnziel für 2020 kassierte. Zugeknöpft reagiert die Führungsspitze zu den Fusionsspekulationen mit der Deutschen Bank.

Bankchef Martin Zielke sagte lediglich, angesichts des schwierigen Umfelds wie Negativzinsen und allgemeinem Preisdruck sei es "verständlich", dass es zu Spekulationen über eine Fusion mit der Deutschen Bank komme. Konkreter wurde er aber nicht. Deutlicher wurde die Führungsspitze beim Blick auf das Gewinnziel.

"Es ist ziemlich offensichtlich, dass wir das Ziel einer Eigenkapitalrendite (RoTE) von sechs Prozent nicht erreichen werden, da wir das Ertragsziel reduzieren mussten und das Kostenziel beibehalten haben", sagte Finanzchef Stephan Engels. 2020 werde die Rendite zwischen fünf und sechs Prozent liegen, nach 3,4 Prozent im vergangenen Jahr. Eine Gewinnprognose für 2019 wollte Konzernchef Zielke nicht wagen.

Aktie legt trotzdem zu

Trotzdem gehört das Papier zu den stärksten Werten im MDax. Frischen Schwung kann die Aktie auch dringend brauchen, denn in den vergangenen zwölf Monaten hat sie fast 50 Prozent eingebüßt und notiert deutlich unter sieben Euro.    

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Jahreszahlen fallen überwiegend besser aus als die Fachleute erwartet hatten. Im abgelaufenen Jahr verdiente das zweitgrößte deutsche Geldhaus unter dem Strich 865 Millionen Euro und damit fast siebenmal so viel wie ein Jahr zuvor, als es sich nur durch den Verkauf seiner Konzernzentrale in den schwarzen Zahlen gehalten hatte. 2017 waren es noch 128 Millionen Euro gewesen. Kosten für den Konzernumbau waren ein großer Belastungsfaktor.

Zielke zufrieden

Das operative Ergebnis legte 2018 um 8,4 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zu, wie das Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Dank des Gewinnsprungs zahlt die Commerzbank ihren Anteilseignern nach zwei Jahren wieder eine Dividende. Je Aktie sollen sie 20 Cent erhalten.

"Wir wachsen bei Kunden, im Kreditvolumen und bei bereinigten Erträgen. Wir kommen voran und sind wieder dividendenfähig", sagte Konzernchef Martin Zielke. Im laufenden Jahr will Zielke die Kosten der Bank unter 6,8 Milliarden Euro halten und die Erträge steigern.

Künftig will die Commerzbank ihre Erträge jährlich um durchschnittlich drei Prozent steigern. Damit würde die Bank 2020 auf Einnahmen von 9,2 Milliarden Euro kommen. Das ursprünglich für 2020 angepeilte Ertragsziel von 9,8 Milliarden Euro hatte Finanzchef Stephan Engels im November gekippt und erklärt, die Erträge würde "leicht" darunter liegen.

Zugleich will die Bank die Kosten drücken - nicht zuletzt durch den Abbau Tausender Stellen. Im laufenden Jahr sollen die Aufwendungen unter 6,8 (2018: 6,9) Milliarden Euro liegen und 2020 auf 6,5 Milliarden schrumpfen.

ts