Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main
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Wo Schatten ist, ist auch Licht Commerzbank: Gewinn halbiert

Stand: 08.11.2018, 07:42 Uhr

Ohne die Sondererträge des vergangenen Jahres fällt das Ergebnis der Commerzbank im dritten Quartal deutlich schmaler aus. Trotzdem legt der MDax-Titel zu, denn es gibt auch Lichtblicke.

Das operative Ergebnis sei im dritten Quartal um fast die Hälfte auf 331 Millionen Euro eingebrochen, teilte das vor kurzem vom Dax in den MDax abgestiegene Geldhaus mit. Im dritten Quartal 2017 hatte die Bank, deren größter Aktionär seit der Finanzkrise der Bund ist, allerdings rund eine halbe Milliarde Sondererträge - unter anderem aus dem Verkauf von Immobilien, darunter der Commerzbank-Tower, verbucht. Der Nettogewinn sank deshalb von 623 Millionen auf von 331 Millionen Euro.

Das Privatkundengeschäft läuft

Die um Sondereffekte bereinigten Erträge legten dank steigender Kundenzahlen um knapp neun Prozent auf 2,18 Milliarden Euro zu. "Wir wachsen in einem wettbewerbsintensiven Markt", sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke. "Das Umfeld bleibt aber herausfordernd und wir haben trotz vieler Fortschritte noch einige Aufgaben vor uns."

Zulegen konnte die Bank dagegen im Privatkundengeschäft, die Erträge kletterten um gut neun Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Dabei habe die Commerzbank von steigenden Kundenzahlen und insbesondere einem wachsenden Baufinanzierungsgeschäft profitiert. Seit Oktober 2016 habe das Institut gut 900.000 Neukunden im deutschen Privatkundengeschäft gewonnen und sei auf gutem Weg, das Zwischenziel von einer Million bis Ende 2018 zu erreichen.

Commerzbank-Turm vor Frankfurter Alststadt-Kulisse

Der Commerzbank-Turm. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Das wichtige Firmenkundengeschäft bleibt aber das Sorgenkind des Konzerns. Der starke Margendruck und der intensive Wettbewerb lasten weiter auf den Erträgen, die im dritten Quartal um fünf Prozent auf 918 Millionen Euro schrumpften.

„Solide Resultate“

Insgesamt fielen die Zahlen etwas besser aus, als die Analysten prognostiziert hatten. Die Baader Bank hat die Einstufung auf "Buy" mit einem Kursziel von 12,50 Euro belassen. Das dritte Quartal sei insgesamt solide ausgefallen, schrieb Analyst Tomasz Grzelak. Einem schwachen Geschäft mit großen Unternehmen habe ein erneut starkes Geschäft mit Privatkunden und kleinen Unternehmen entgegengestanden.

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Commerzbank nach Zahlen auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 10,50 Euro belassen, der Kollege der Deutschen Bank empfiehlt weiterhin die Aktie zu halten, das Kursziel sieht er weiterhin bei 10,00 Euro.

Die Aktie steigt im frühen Handel um fast drei Prozent. Allerdings hatte sie in den vergangenen sechs Monaten auch um mehr als 20 Prozent eingebüßt.

ts/rtr/dpa