Commerzbank und Commerzbank-Tower in Frankfurt

Analystenlob und Umbauspekulation Commerzbank – eine Aktie für Schnäppchenjäger?

Stand: 11.06.2018, 11:37 Uhr

Die Aktie des Frankfurter Bankhauses erholt sich am Montag deutlich von den Tiefschlägen der vergangenen Woche. Gleich mehrere Anlässe bieten sich derzeit den Anlegern, bei der Commerzbank doch noch einmal nachzulegen.

Die politische Großwetterlage für die gesamte Branche scheint sich zum Wochenbeginn ein wenig zu entschärfen. Italiens Minister Giovanni Tria hat zunächst Befürchtungen ein wenig zerstreut, dass sich die neue italienische Regierung mit der EU überwirft. Tria hatte sich in einem Zeitungsinterview klar gegen einen Austritt des Landes aus dem Euro ausgesprochen.

Der gesamte europäische Bankensektor hatte daraufhin aufgeatmet. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks kletterte am Montag rund 1,5 Prozent. Darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Analyst hofft auf Milliardengewinne

Dass es bei der Coba-Aktie noch ein bisschen höher hinausgeht als bei der Branchenkonkurrenz liegt aber auch an einem forschen Analystenurteil: Die britische Investmentbank HSBC hat die Commerzbank nach den jüngsten Kursverlusten und nach den bis 2020 erwarteten Fortschritten beim Umbau von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Das Kursziel wurde von 11 auf 13 Euro angehoben. Angesichts der jüngsten Kursverluste biete die Aktie ein Kurspotenzial von 37 Prozent und sei damit einen Kauf wert.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,43
Differenz relativ
-3,30%

Analyst Johannes Trautmann begründet seine Kaufempfehlung mit den Gewinnaussichten auf mittlere Sicht. Für das Jahr 2020 hält er einem Gewinn von 1,7 Milliarden Euro für möglich. Die Dividende werde bis dahin 60 Cent je Aktie erreichen können, dies rechtfertige ein Kursziel, das rund ein Drittel über dem derzeitigen Kurs liegt.

Fusion als Fernziel?

Nicht zuletzt hallen auch in dieser Woche wohl noch die Gerüchte um eine Fusion der Commerzbank mit der Deutschen Bank nach, die vor wenigen Tagen wieder einmal übers Börsenparkett gewabert sind. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, habe mit Großaktionären der Deutschen Bank und Regierungsvertretern über eine Fusion mit der Commerzbank gesprochen. Formelle Gespräche zwischen den beiden Geldhäusern fänden gegenwärtig nicht statt, ein derartiger Schritt stehe nicht unmittelbar bevor, hieß es in dem Bericht weiter. Die Commerzbank wollte zu dem Artikel keine Stellung nehmen, genauso wenig das Bundesfinanzministerium. Dem Staat gehören 15 Prozent an der Commerzbank.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz kann sich offenbar ebenfalls mit der Idee eines großen internationalen Bankenplayers in Deutschland anfreunden. "Deutschland braucht einen starken Finanzsektor, vor allem kleine und mittelständische Firmen brauchen Bankdienstleistungen, die so international sind wie sie sind", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Frankfurt.

Cerberus baut Coba-Beteiligung aus

Ein Finanzinvestor bringt sich offenbar auch in Stellung für einen möglichen Zusammenschluss. Cerberus ist inzwischen laut Medienberichten mit mehr als fünf Prozent an der Commerzbank beteiligt. Der Investor war bereits im Juli bei der Commerzbank und dann im November ebenso bei der Deutschen Bank eingestiegen. Der Anteil an der Deutschen Bank liegt nach aktuellem Stand bei drei Prozent.

AB