Banken

Commerzbank-Turm vor Frankfurter Alststadt-Kulisse

Verlust von 288 Millionen Euro Commerzbank besser als befürchtet

Stand: 04.11.2016, 08:23 Uhr

Die deutschen Großbanken sind doch noch für eine Überraschung gut: Nach der Deutschen Bank hat auch die Commerzbank im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Der Verlust fiel deutlich geringer aus als befürchtet.

Unter dem Strich machte das Frankfurter Geldinstitut ein Minus von 288 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von einer halben Milliarde Euro gerechnet. Vor einem Jahr hatte die Commerzbank noch 235 Millionen Euro verdient.

Abschreibungen drücken Bank in die roten Zahlen

Schuld an den roten Zahlen waren Abschreibungen in Höhe von 627 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem geplanten Konzernumbau. Die Commerzbank will die Mittelstandssparte aufspalten und sich künftig auf zwei Geschäftsfelder konzentrieren: Privat- und Firmenkunden. Das Großkundengeschäft wird mit dem Investmentbanking zusammengelegt, kleinere Firmenkunden sollen künftig vom Privatkunden-Bereich betreut  werden.

Außerdem belastete eine höhere Risikovorsorge. Weitere Abschreibungen auf Schiffskredite ließen die Risikovorsorge auf 610 Millionen Euro steigen, allein im dritten Quartal hat sie sich fast verdoppelt. Zum Jahresende soll sie wenigstens unter einer Milliarde Euro bleiben - 2015 waren es knapp 700 Millionen.

Im Tagesgeschäft lief es besser als gedacht: Das operative Ergebnis sank hier lediglich um fünf Prozent auf 429 Millionen Euro. Vor allem der Privatkunden-Bereich trotzte dem Niedrigzins-Umfeld.

Jahresgewinn in Reichweite

Nach neun Monaten liegt das Geldinstitut auf Jahreskurs. Von Januar bis Ende September verdiente die Commerzbank 96 Millionen Euro. Ziel ist, im Gesamtjahr schwarze Zahlen zu schreiben. Finanzvorstand Stephan Engels ist zuversichtlich, dass die Commerzbank auch zum Jahresende in der Gewinnzone bleibt. Die harte Kernkapitalquote soll zudem auf zwölf Prozent steigen. Nach neun Monaten liegt sie bei 11,8 Prozent.

Den Anlegern gefallen die Quartalszahlen. Die Aktien der Commerzbank ziehen vorbörslich um ein Prozent an.

nb

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