Commerzbank und Commerzbank-Tower in Frankfurt
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Geschäftsbericht vorgelegt Commerzbank: 2019 läuft besser als gedacht

Stand: 27.03.2019, 14:41 Uhr

Die Commerzbank erwartet im laufenden Geschäftsjahr ein leicht höheres Konzernergebnis als im Vorjahr. Das kommt an der Börse gut an.

Die im Commerzbank-Aktie weitet im Tagesverlauf ihre Gewinne aus und ist am Nachmittag mit einem Plus von über sechs Prozent der mit Abstand stärkste Wert im MDax.

Konzernchef Martin Zielke schrieb in dem am Morgen vorgelegten Geschäftsbericht: "Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir unter dem Strich ein leicht höheres Konzernergebnis als im Vorjahr." Dank steigender Kundenzahlen sollen die Erträge trotz der weiterhin niedrigen Zinsen und dem harten Wettbewerb leicht zulegen.

Dividende für die leidgeprüften Anleger

Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank ihren Gewinn auf 865 Millionen Euro versiebenfacht, Und es war etwa zweieinhalb Mal so viel wie bei der Deutschen Bank (341 Millionen Euro), mit der derzeit über eine mögliche Fusion gesprochen wird. Zuletzt musste die Commerzbank allerdings ihre Ertragsprognose und das Renditeziel für 2020 wieder zurücknehmen.

Die leidgeprüften Commerzbank-Aktionäre können sich nach den massiven Kursverlusten und dem Abstieg aus dem Leitindex Dax in den Nebenwerteindex MDax nun über eine (bescheidene) Dividende freuen. Für 2018 erhalten sie 20 Cent je Aktie - erst die zweite Ausschüttung seit der Rettung der Bank durch den Staat in der Finanzkrise.

Dividende erwartet

Diesmal soll es keine Eintagsfliege bleiben: Für 2019 stellt das Geldhaus eine Dividende auf einem vergleichbaren Niveau in Aussicht. Auch diese Perspektive befeuerte am Mittwoch den Aktienkurs.

Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den beiden größten Privatbanken Deutschlands bei der Vergütung der Mitarbeiter. Bei der Commerzbank ist der Bonuspool mit 134 (Vorjahr: 229) Millionen Euro gefüllt, bei der Deutschen Bank sind es 1,9 (2,3) Milliarden Euro.

Zielke verdient weniger als zwei Millionen

Die Mitarbeiterzahl sank bei beiden Instituten. Commerzbank-Chef Zielke kam auf eine Gesamtvergütung von gut 1,96 (2,87) Millionen Euro. Davon sind 1,3 Millionen Euro Grundgehalt, der Rest wird zum Großteil erst später abhängig vom Geschäftserfolg ausgezahlt.

Sein Amtskollege von der Deutschen Bank, der seit Anfang April 2018 amtierende Christian Sewing, erhielt dagegen für das vergangene Jahr insgesamt 7 Millionen Euro. Knapp 3,3 Millionen Euro davon sind Fixgehalt - der Rest geht auf variable Vergütungen zurück, die erst später ausgezahlt werden.

Abbruch der Fusionsgespräche gefordert

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Derweil fordert der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank den Abbruch der Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank. "Es ist an der Zeit, den Schaden jetzt zu begrenzen", heißt es in einer am Mittwoch verschickten Protestnote des Gremiums an den Commerzbank-Vorstand, aus der die Deutschen Presse-Agentur zitiert. "Ihr Vorhaben hat im Management, bei den Mitarbeitern, in den Gremien, bei den Kunden unserer Bank wie auch in der Gesellschaft keinen Rückhalt." Vielmehr handele es sich um ein unbeherrschbares Abenteuer.

Auch Analyst Michael Seufert von der NordLB ist skeptisch. "Aus unserer Sicht löst eine Fusion der beiden deutschen Großbanken kein einziges ihrer Probleme". Dazu zählt er die Regulierung, die niedrigen Kapitalmarktzinsen, einen scharfen Wettbewerb und niedrige Margen. Selbst einer fusionierten Bank würde es an der "Marktmacht" und an der "kritischen Masse" mangeln, nicht zuletzt im Investment Banking. Ein Gemeinschaftsinstitut würde vielmehr aufgrund der Größe und Systemrelevanz noch strenger von der Aufsicht überwacht und müsste mehr Eigenkapital vorhalten als bisher, gibt Seufert zu bedenken.

Institutionelle und Firmenkunden, die bei beiden Häusern Konten haben, müssten zudem einen Teil ihrer Geschäfte aus Gründen der Diversifizierung und Risikominimierung auf Drittbanken verlagern, was wiederum Ertragseinbußen zur Folge hätte.

lg/dpa/rtr

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