Coca Cola Zero

Hamstereffekt treibt Quartalsergebnis Coca-Cola nimmt einen Schluck Brexit

Stand: 23.04.2019, 15:49 Uhr

Erstaunlich deutlich hat der US-Konzern seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal erhöht. Das lag nicht nur an der guten Nachfrage nach der braunen Limonade und Mineralwässern, sondern auch an einem Einmaleffekt.

Die Gewinn-Bilanz des Dow-Jones-Mitglieds profitierte auch, aber nicht nur, vom Brexit. Wegen der Unsicherheit über die Zukunft der Lieferketten bei einem Austritt ohne Deal hätten Abfüller teilweise ihre Lager aufgestockt. Großbritannien wollte eigentlich zum 29. März aus der EU austreten. Inzwischen wurde der Termin auf spätestens Ende Oktober verschoben.

Erwartungen übertroffen

Im ersten Quartal stieg der Gewinn im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 23 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um fünf Prozent auf 8,0 Milliarden Dollar. Damit wurden die Markterwartungen übertroffen. Die Aktie liegt derzeit an der New York Stock Exchange mit rund zwei Prozent im Plus.

Coca-Cola: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
48,66
Differenz relativ
+0,13%

Nicht nur der Brexit-Effekt erwies sich allerdings als Umsatz- und Gewinntreiber. Für Coca-Cola zahlte erneut wie schon in den Vorquartalen der Produkt-Schwenk zu weniger zuckerhaltigen Getränken aus. So legten etwa die Verkäufe der "Zero Sugar"-Cola zweistellig zu und auch bei Wasser- und Sport-Drinks gab es kräftiges Wachstum.

Coca-Cola-Chef James Quincey hat die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt, danach will der Konzern seinen Umsatz um vier Prozent steigern. Der Gewinn je Aktie soll 2019 im fortgeführten Geschäft auf vergleichbarer Basis weiterhin in etwa stagnieren und maximal ein Prozent höher oder niedriger liegen als im Vorjahr.

Experten zuversichtlicher

Analysten äußerten sich in ersten Stellungnahmen vorsichtig optimistisch nach den Zahlen. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Coca-Cola nach Zahlen zum ersten Quartal auf "Neutral" mit einem Kursziel von 47 Dollar belassen. Der Gewinn je Aktie und das organische Umsatzwachstum seien besser als von ihr erwartet ausgefallen, schrieb Analystin Andrea Teixeira in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Die Experten der LBBW haben zwar ihre "Halten"-Empfehlung für den Titel bekräftigt, das Kursziel aber immerhin von 48 auf 51 Dollar angehoben.

AB