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Noch mehr Kaffee Coca-Cola schluckt Costa

Stand: 31.08.2018, 09:01 Uhr

Darauf einen Kaffee: Der Getränkeriese Coca-Cola schluckt die britische Kaffeemarke Costa, quasi das Starbucks Großbritanniens. Kostenpunkt: gut vier Milliarden Euro.

Coca-Cola lässt sich den Deal 3,9 Milliarden Pfund kosten, umgerechnet knapp 4,4 Milliarden Euro. Bisher ist der amerikanische Getränkeriese beim Kaffee noch etwas schwach auf der Brust, ihm gehört unter anderem die Kaffeemarke Georgia. Doch mit Costa ist es ein Riesenschritt vorwärts in den Markt. Zur Marke Costa gehört auch die gleichnamige Kaffeehauskette. Costa betreibt fast 4000 Cafes in Europa und China und ist die größte Kaffeehauskette Großbritanniens.

Coca-Cola-Chef James Quincey erklärte, Heißgetränke gehörten zu den wenigen Segmenten, in denen der Konzern noch keine "globale Marke" besitze. Costa biete mit seiner "starken Plattform" nun einen Marktzugang.

Mit Costa sichert sich der Softdrink-Produzent nach eigenen Angaben nun eine breite Basis im Kaffeegeschäft in Europa, Asien Pazifik, dem Nahen Osten und Afrika inklusive der Möglichkeit, weiter zu expandieren.

Maximaler Gewinn

Verkäufer von Costa ist die Hotel- und Restaurantkette Whitbread, die bereits Ende April angekündigt hatte, die Kaffeehauskette von ihrem Hotelgeschäft abzuspalten. Für Whitbread ist der Verkauf äußerst lukrativ, hatte man doch die Kaffeehauskette 1995 für nur 19 Millionen Pfund übernommen. Die Börse feiert daher die Whitbread-Aktie, sie schießt 19 Prozent in die Höhe.

Limonadenhersteller versuchen seit längerem, Alternativen zu ihren zuckerreichen Getränken zu finden. So will der weltweite Branchenführer PepsiCo den israelischen Wassersprudler-Hersteller Sodastream übernehmen und legt dazu umgerechnet 2,8 Milliarden Euro auf den Tisch. Zudem bauen sie das Geschäft mit Säften und anderen gesünderen Getränken aus. Sie reagieren damit auf das gestiegene Gesundheitsbewusstsein vieler Verbraucher und auf staatliche Vorschriften. In Großbritannien etwa wurde eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke eingeführt, auch in anderen Ländern gibt es derartige Steuern.

Das Kaffeegeschäft gilt als Wachstumsmarkt - angetrieben durch die steigende Popularität von kleinen Spezialkaffeeläden, die nicht bloß normalen Kaffee verkaufen, sondern Cappuccinos und Latte Macchiatos in verschiedenen Geschmacksrichtungen nach den Wünschen der Kunden. Unterwegs sind die Konsumenten auch bereit, für ihren Kaffee deutlich mehr Geld auszugeben, als in den eigenen vier Wänden.

Allerdings wächst die Konkurrenz, unter anderem durch kleine unabhängige Läden. Die weltweite Nummer eins, Starbucks, will deswegen Filialen im Heimatmarkt USA schließen.

Whitbread hatte Costa 1995 für 19 Millionen Pfund gekauft und von einem kleinen Unternehmen mit 39 Cafes zur weltweiten Nummer zwei ausgebaut. Allein in Großbritannien verfügt Costa über 2422 Filialen. Zuletzt kamen die ersten Niederlassungen in China dazu.

Costa reagierte damit auf den verschärften Wettbewerb in Großbritannien, wo Starbucks, Caffe Nero und tausende Kleinunternehmen ebenfalls ihr Stück vom Kuchen haben wollen. Whitbread will mit dem Verkaufserlös einerseits Schulden abbauen und den Pensionsfonds aufstocken. Andererseits soll die Hotelkette Premier Inn in Großbritannien und Deutschland gestärkt werden.

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<strong>Mondelez</strong><br/>Mondelez, das aus der Aufspaltung des Nahrungsmittelkonzerns Kraft hervorgegangen ist, gehört zu den größten Kaffeeproduzenten weltweit. In Deutschland gehören Jacobs Kaffee oder Tassimo zu dem Imperium. Vor wenigen Jahren funsionierte Mondelez seinen Kaffeemarken mit dem niederländischen Unternehmen D.E. Master Blenders, bekannt durch Marken Senseo und Douwe Egberts. An dem gemeinsamen Unternehmen mit dem Namen Jacobs Douwe Egberts hält Mondelez 49 Prozent. Kontrolliert wird der  Kaffeeriese von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann. : Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Mondelez
Mondelez, das aus der Aufspaltung des Nahrungsmittelkonzerns Kraft hervorgegangen ist, gehört zu den größten Kaffeeproduzenten weltweit. In Deutschland gehören Jacobs Kaffee oder Tassimo zu dem Imperium. Vor wenigen Jahren funsionierte Mondelez seinen Kaffeemarken mit dem niederländischen Unternehmen D.E. Master Blenders, bekannt durch Marken Senseo und Douwe Egberts. An dem gemeinsamen Unternehmen mit dem Namen Jacobs Douwe Egberts hält Mondelez 49 Prozent. Kontrolliert wird der Kaffeeriese von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann.

bs