Citibank-Filiale in Manhattan

Banken Citigroup macht atemberaubenden Verlust

Stand: 16.01.2018, 15:41 Uhr

Das ist richtig teuer: Die Citigroup muss im vierten Quartal wegen der US-Steuerreform einen Verlust von 18,3 Milliarden Dollar verkraften. Aber die Börse hat eigene Gesetze: Die Aktie legt kräftig zu.

Citigroup: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,59
Differenz relativ
+1,98%

Um fast drei Prozent verteuert sich das Papier zum Börsenstart. In den vergangenen zwölf Monaten hatten Citigroup bereits um knapp 30 Prozent zugelegt. Warum reagieren die Anleger so unbeirrt? Die Investoren haben mit einer Sonderbelastung gerechnet. In den vergangen Tagen hatte das Management den Markt auf eine Größenordnung in Höhe von 20 Milliarden Dollar vorbereitet. Jetzt beziffert die Citigroup den einmaligen Aufwand auf 22 Milliarden Dollar. Bereinigt um diese Belastungen steigerte Citigroup ihren Gewinn um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

Die Gesamterträge steigen

Der Großteil der Belastung geht auf sogenannte Verlustvorträge zurück - dabei können frühere Verluste mit künftigen Gewinnen verrechnet werden und somit die Steuerlast drücken. Weil im Zuge der Reform der Steuersatz aber insgesamt sinkt, sind Verlustvorträge nun weniger wert. Ein kleinerer Teil der Belastung geht auf eine Sonderabgabe auf im Ausland geparkte Gewinne zurück.

Die Erträge im Handel mit Anleihen gingen wegen der Zurückhaltung der Kunden und extrem niedriger Schwankungen an den Finanzmärkten um 18 Prozent zurück. Dank der Stärke des Geschäfts mit Verbrauchern konnte die Bank ihre Gesamterträge im vierten Quartal dennoch um ein Prozent auf 17,26 Milliarden Dollar steigern.

Erst ein Schock, dann wird es wieder schön

Citigroup-Chef Michael Corbat

Citigroup-Chef Michael Corbat. | Quelle: picture-alliance/dpa

CEO Michael Corbat wirft einen optimistischen Blick in die Zukunft: Die Steuerreform werde künftig zu einem höheren Nettoverdienst führen, sagte er in der Unternehmensmitteilung. Die Bank schätzt, dass die effektive Steuerrate, die derzeit in einem niedrigen 30-Prozent-Bereich liege, auf 25 Prozent in diesem Jahr fallen werde – Tendenz weiter sinkend.  

Was den Investoren aber besonders gut gefällt ist, dass Bankchef Corbat den Aktionären versicherte, in den kommenden drei Jahren wie geplant mindestens 60 Milliarden Dollar an sie auszuschütten. "Die Steuerreform ändert nichts an unseren Plänen", sagte Corbat. Im gesamten vergangenen Jahr liegt der Verlust bei 6,2 Milliarden Dollar. Im Jahr 2016 hatte die Citigroup unterm Strich noch 14,9 Milliarden Dollar verdient.

Zuvor hatte JPMorgan aufgrund der US-Steuerreform einen Gewinneinbruch um 37 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar erlitten. Ohne diesen Effekt hätte der Gewinn bei 6,7 Milliarden Dollar gelegen und wäre damit praktisch unverändert gewesen zum vierten Quartal des Vorjahres. In den nächsten Tagen werden Goldman Sachs, BofA und Morgan Stanley folgen.

ts