Cisco Zentrale

Umsatz und Prognose unter Erwartungen Cisco enttäuscht auf ganzer Linie

Stand: 13.08.2020, 15:38 Uhr

Damit hatten die Anleger nicht gerechnet: Der kalifornische Netzwerkausstatter Cisco hat im abgelaufenen Quartal weniger Geschäft gemacht als erwartet - und erwartet vorerst auch keine Besserung.

So rechnet das Unternehmen im laufenden ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021 mit einem Umsatzrückgang zwischen neun und elf Prozent. Analysten hatten mit einem geringeren Minus gerechnet. Auch bei der Gewinnentwicklung enttäuschte das Unternehmen. So wird für den Zeitraum zwischen Juli und September ein Gewinn je Aktie von 0,41 Dollar und 0,47 Dollar angepeilt, deutlich weniger als in den Frühjahrsmonaten.

Die schwache Prognose deutet nach Ansicht von Analysten darauf hin, dass Cisco entweder nicht von der Zunahme des Datenverkehrs durch Heimarbeit und Videokonferenzen in der Corona-Krise profitieren kann - oder der erste große Investitions-Schub in der Branche vorbei ist.

JPMorgan senkt Einstufung

So hat der Experte von JPMorgan das Kursziel für Cisco von 50 auf 46 Dollar gesenkt, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen. Die Umsatzentwicklung des Netzwerkausrüsters habe sich im abgelaufenen Quartal weiter verschlechtert, schrieb Analyst Samik Chatterjee. Die Auftragseingänge deuteten nur auf ein begrenztes Erholungspotenzial hin.

Ein großer Teil der Cisco-Erlöse kommt traditionell von Behörden sowie von kleinen und mittleren Unternehmen. In dem Ende Juli abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal sank der Cisco-Umsatz im Jahresvergleich um 9,5 Prozent auf knapp 12,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich unterdessen unter anderem dank niedrigerer Kosten um 19,5 Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar.

Skeptische Anleger

Auch im Gesamtjahr musste Cisco Rückschläge hinnehmen. Die Erlöse gingen um fünf Prozent zurück, während der Gewinn um vier Prozent sank. Das operative Ergebnis brach sogar um 12 Prozent ein auf 3,2 Milliarden Dollar.

Cisco ist stark im Geschäft mit Netzwerk-Technik, bietet aber auch die Videokonferenzlösung WebEx an. Das ist ein boomendes Geschäftsfeld in der Corona-Krise, in der Beschäftigte vieler Unternehmen von Zuhause aus arbeiten. Cisco weitete in der Corona-Zeit die Gratis-Nutzung von WebEx aus - auf diese Weise hatte der Konkurrenzdienst Zoom izu Beginn der Krise viele neue Kunden gewonnen.

An der Börse sorgten die Zahlen für Enttäuschung. Die Aktie verlor im regulären Handel an der Wall Street über 11 Prozent. Die Anleger betrachten die Geschäftsentwicklung von Cisco schon länger mit Skepsis. So konnte sich die Aktie zwar von ihrem Einbruch im März erholen, blieb aber bis zuletzt deutlich unter dem im letzten Jahr erreichten Hoch von 52 Dollar zurück.

lg