Klarna Bezahlsystem

Wertvollstes Fintech-Europas Chinesen steigen bei Klarna ein

Stand: 04.03.2020, 11:29 Uhr

Das wertvollste Fintech Europas lockt immer mehr Investoren an. Nach dem Gangster-Rapper Snoop Dogg beteiligt sich nun auch der chinesische Internetriese Alibaba am schwedischen Online-Bezahldienst Klarna.

China goes Europe: Die Ant Financial Services Group, die die Zahlungsplattform Alipay anbietet, hat eine Minderheitsbeteiligung an Klarna erworben. Das teilte das Fintech aus Stockholm mit. Über die Höhe des Investments machte Klarna keine Angaben.

Alipay weitet Kooperation mit Klarna aus

Die beiden Fintechs bauen gleichzeitig ihre Zusammenarbeit weiter aus. Die Klarna-Dienste sollen künftig den Alibaba-Kunden und –Händlern mehr und mehr zugänglich gemacht werden. Möglicherweise könnten Klarnas Bezahlmethoden auch in die Alipay-App integriert werden, spekuliert das "Handelsblatt".

Bereits seit Mai 2019 kooperieren Klarna und Alipay. Schon lange schwärmt Klarna-Geschäftsführer Sebastian Siemiatkowski von Alipay und sieht die chinesische Zahlungsplattform als Vorbild. Mit der Alipay-App können Verbraucher auch ein Taxi buchen oder einen Platz im Restaurant reservieren. Chinesische Touristen nutzen Alipay für Zahlungen auch in deutschen Geschäften mit dem QR-Code. Alipay kooperiert mit den Zahlungsdienstleistern Concardis und Wirecard.

Mindestens 5,5 Milliarden Euro wert

Mit dem Einstieg von Alibaba dürfte Klarna seine Position als wertvollstes Fintech Europas zurückerobert haben. In der vergangenen Woche war das schwedische Start-up beim Firmenwert von der britischen Online-Bank Revolut eingeholt worden. Beide Einhorn-Unternehmen werden mit 5,5 Milliarden Dollar bewertet.

Snoop Dogg

Snoop Dogg. | Bildquelle: picture alliance / NurPhoto, Montage: boerse.ARD.de

Klarna gilt als unkomplizierter Bezahldienst bei Online-Einkäufen. Wer bei Klarna shoppt, kann dies ohne Vorkasse tun. Er bezahlt erst nach Erhalt der Ware. Der Bezahldienst ist vor allem in Deutschland populär: Dort erwirtschaftet Klarna fast die Hälfte seines Gesamtumsatzes. Zudem bietet die Firma aus Stockholm auch eine Kreditkarte in Deutschland und Schweden an. Seit zweieinhalb Jahren verfügt Klarna über eine Banklizenz, sie darf Kredite vergeben und Spareinlagen einsammeln.

Snoop Dogg setzt auf Klarna

Anfang 2019 stieg der amerikanische Gangster-Rapper Snoop Dogg bei Klarna ein, um sein Anlagenportfolio im Technologiesektor auf Europa auszuweiten. Dogg wirbt als "Smooth Dogg" für Klarna - nach dem Motto "Werde Smooth, zahle später!". In ein bis zwei Jahren könnte Klarna an die Börse gehen. 2019 schrieb das Fintech rote Zahlen. Wegen hoher Investitionen fiel ein Verlust von rund 85 Millionen Euro. Die Jahre zuvor war der schwedische Bezahldienst profitabel gewesen.

nb