Chinesische Flagge spiegelt sich in den Deutsche Bank Türmen
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Chinesen sehen es langfristig HNA bleibt bei Deutscher Bank an Bord

Stand: 27.12.2017, 10:39 Uhr

Der chinesische Mischkonzern hat nach Auskunft seines Vertreters im Aufsichtsrat "kein Interesse an einem Verkauf" seiner Anteile am Bankhaus. Allerdings sichert sich HNA ab und fordert baldmöglichst "Erfolge".

"Wir glauben an den Erfolg der Deutschen Bank", so der Vertreter von HNA im Aufsichtsrat, Alexander Schütz, gegenüber dem "Handelsblatt". Der Abbau der Altlasten und Rechtsstreitigkeiten sei vordringlich gewesen und das habe gut funktioniert. "Der nächste Schritt wird sein, das Geschäftsmodell anzupassen und wieder Geld zu verdienen. Der Fuß muss nun wieder von der Bremse, damit die Bank nach vorne kommt."

HNA in Schieflage?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Schütz ist Gründer und Vorstandsmitglied des österreichischen Vermögensverwalters C-Quadrat. HNA ist über C-Quadrat an der Deutschen Bank mit 9,9 Prozent beteiligt. Der chinesische Mischkonzern ist selbst hoch verschuldet und hat sich in der Vergangenheit auch das Misstrauen des Kapitalmarkets zugezogen. Anfang Dezember gingen Medienbericht um, wonach das Unternehmen Probleme habe, neue Kredite zu erhalten. Dies wurde von HNA-CEO Adam Tan umgehend dementiert.

HNA-Verteter Schütz zufolge hat sich das Unternehmen bei seinem Deutsche-Bank-Engagment vielleicht auch deshalb abgesichert. Kursverluste bei der Aktie der Bank habe man über Derivate-Positionen abgesichert, so Schütz gegenüber dem Blatt. Diese Derivate hätten eine Laufzeit von drei Jahren, was zeige "das HNA langfristig orientiert ist und kein Interesse an einem Verkauf hat".

Jahr voller Herausforderungen

Die Deutsche Bank steht im kommenden Jahr vor wichtigen Herausforderungen. Einerseit soll die Investmentbank wieder bessere Ergebnisse erzielen. Darüber hinaus muss die offenbar nicht verkaufbare Tochter Postbank in den Konzern integriert werden. Nachdem eine Veräußerung gescheitert war, soll die Postbank nun mit der Privatkundensparte verschmolzen werden, damit entsteht eine Retailbank mit rund 20 Millionen Kunden.

Und nicht zuletzt ist der Teilbörsengang der Vermögensverwaltungs-Tochter Deutsche Asset Management ein Großprojekt für den Konzern.

Der Erfolg von Deutsche-Bank-Chef John Cryan dürfte auch von den anderen Großaktionären beäugt werden. Neben HNA sind das Emirat Katar, der US-Investor Cerberus und der Vermögensverwalter Blackrock mit großen Anteilen im Aktionärskreis verteten.

Q3-Ergebnisse machen Mut

Die Deutsche Bank-Aktie hat sich in den vergangenen Monaten auf inzwischen wieder gut 16 Euro nach oben gekämpft, nachdem sie im Spätsommer bis auf 13 Euro zurück gefallen war. Für das dritte Quartal hatte die Bank mit deutlichen Ergebnissteigerungen überrascht. Das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal kletterte um 51 Prozent auf 933 Millionen Euro. Mehr positive Überraschungen wären auch in den kommenden Monaten hilfreich.

AB