VW-Fahrzeuge auf Chinas Straßen

Konjunktursorgen ahoi Chinas Automarkt: Sind 20 Jahre Wachstum vorbei?

Stand: 10.12.2018, 13:09 Uhr

Schlechte Nachrichten für die deutsche Autobranche: Der chinesische Automarkt steuert für das Gesamtjahr 2018 auf den ersten Absatzrückgang seit mindestens zwei Jahrzehnten zu. Wer soll die Autos jetzt kaufen?

Im November brach die Zahl der verkauften Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18 Prozent auf 2,05 Millionen Stück ein, wie aus den Daten des Branchenverbands China Passenger Car Association (PCA) hervorgeht. Es war der sechste Monat mit einem Rückgang in Folge.

Im September und Oktober war der Absatz um jeweils rund 13 Prozent geschrumpft. Für die ersten elf Monate des Jahres steht nun ein Minus von 4,3 Prozent zu Buche. Neben einem geringeren Wirtschaftswachstum bremst auch der Trend zu Car-Sharing-Diensten und Mitfahrangeboten im Internet die Nachfrage nach neuen Autos in China.

Wachstumspause in China

Erst vor wenigen Tagen hatte der VW-Konzern mitgeteilt, dass die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw beim Verkauf auch im November weiter vom schwächelnden chinesischen Markt belastet worden sei. Im vergangenen Monat lieferte VW weltweit 5 Prozent weniger aus als ein Jahr zuvor. Vor allem der chinesische Markt belastete mit einem Minus von 8 Prozent die Verkäufe. China ist der wichtigste Einzelmarkt von VW.

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„China lege aktuell eine Wachstumspause ein, hatte jüngst der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, gesagt. Der Export deutscher Hersteller aus den USA nach China sei in den ersten zehn Monaten des Jahres um ein Drittel zurückgegangen. Der chinesische Gesamtmarkt werde 2018 um ein Prozent schrumpfen. Im nächsten Jahr werde es nur ein leichtes Wachstum um etwa zwei Prozent geben auf dann 24,4 Millionen Neuwagen, so die Prognose. Der chinesische Markt ist der wichtigste für die deutsche Branche und wuchs in der Vergangenheit am schnellsten.

Geringere globale Nachfrage

Insgesamt könnte die chinesische Konjunktur langsam in Schwierigkeiten geraten – mit gravierenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die Exporte der Volksrepublik wuchsen im November weit weniger als erwartet und legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 Prozent zu. Analysten hatten ein Plus von zehn Prozent erwartet.

Container in Shanghai

Container in Shanghai. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Im Oktober stiegen die Ausfuhren auf Jahressicht noch um 15,6 Prozent. Das Import-Wachstum verlangsamte sich im November auf drei Prozent nach 21,4 Prozent im Oktober. Hier hatten die Experten mit 14,5 Prozent gerechnet. Chinas Wirtschaft bekommt offenbar eine geringere globale Nachfrage zu spüren.