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Besser als erwartet China-Tochter treibt Post-Gewinn

Stand: 10.05.2019, 07:52 Uhr

Die Deutsche Post hat im ersten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Hilfreich war allerdings ein Sondereffekt.

Der immer noch teilweise in Staatsbesitz befindliche Konzern konnte seinen Umsatz von Januar bis März um vier Prozent auf 15,4 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 28 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Umsatz von 15,3 Milliarden Euro und einem Ebit von 1,16 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 746 Millionen Euro und damit 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Als Bremse erwiesen sich hohe Investitionen in die Sanierung des Paketgeschäfts.

SF Express

SF Express. | Bildquelle: picture alliance/Dycj/Imaginechina/dpa

Der Dax-Konzern profitierte von Einnahmen aus einer Partnerschaft in China, wie die Post am Freitag in Bonn mitteilte. In der Volksrepublik hatte die Post das Geschäft rund um Lager- und Transport-Dienstleistungen für Unternehmen in eine Partnerschaft mit der dort heimischen S.F. Holding eingebracht und arbeitet künftig mit dem ehemaligen Konkurrenten in einem Bündnis zusammen.

Ziele sind erreichbar

Vorstandschef Frank Appel sieht die Post auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant ein Ebit von 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro einzufahren. Im kommenden Jahr strebt der Manager einen Ebit-Wert von fünf Milliarden Euro an. Dazu dürfte auch die geplante Erhöhung des Briefportos beitragen. Einen Sondereffekt wie in diesem Jahr sei dazu nicht nötig, sagte Appel.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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27,01
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Die Bundesnetzagentur hatte dem ehemaligen Staatsmonopolisten ein Preiserhöhungspotenzial von 10,63 Prozent eingeräumt. Die Bonner können dies nun über ihre Produkte wie etwa Standard- oder Kompaktbrief sowie Postkarte verteilen. Vor allem der am häufigsten genutzte Standardbrief dürfte deutlich teurer werden.

Das Analysehaus RBC beließ nach den Zahlen ihre Einstufung auf "Sector Perform" mit einem Kursziel von 33 Euro belassen. Das im Jahresvergleich leicht gesunkene operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereffekten im ersten Quartal habe seiner Schätzung entsprochen, schrieb Analyst Damian Brewer in einer am Freitag vorliegenden ersten Einschätzung. Die DHL-Sparten (Paket- und Briefexpressdienste) seien auf dem richtigen Kurs.

In einer ersten Reaktion verlor die Post-Aktie auf Tradegate ein halbes Prozent auf 29,01 Euro.

ME