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China steht auf "Made in Germany" Auf Einkaufstour

Kion
2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Mehr zum Thema: Kion wird geadelt

China steht auf "Made in Germany" Auf Einkaufstour

Kion
2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Mehr zum Thema: Kion wird geadelt

Kuka Industrieroboter

Kuka
Der Augsburger Roboterbauer Kuka aus dem MDax bekam ab Anfang 2017 einen neuen Großaktionär. Die chinesische Midea-Gruppe, die ohnehin schon 13 Prozent hielt, übernahm für 115 Euro je Aktie den 25,01-prozentigen Anteil des familiengeführten Industriekonzerns Voith. Mittlerweile hält Midea 94,55 Prozent der Anteile, bleibt damit aber unter der Squeeze-out-Schwelle von 95 Prozent.

 Beschichtungskammer bei Aixtron.

Aixtron
Für den kriselnden Chip-Anlagenbauer Aixtron bot die chinesische Fujian Grand Chip Investment (FGC) bis zu 676 Millionen Euro. Der Hersteller von Anlagen zur Produktion von Leuchtdioden (LED) erhoffte sich von dem künftigen Eigentümer einen besseren Zugang zum chinesischen Markt und das dringend nötige Geld für Investitionen. Aber die Übernahme scheiterte am Veto der Amerikaner.

Mehr zum Thema: Obama legt Veto gegen Aixtron ein.

Putzmeister-Betonpumpe auf einer Baustelle

Putzmeister
Der schwäbische Betonpumpenhersteller war der erste aufsehenerregende Verkauf eines deutschen Unternehmens nach China. Der Baumaschinen-Konzern Sany zahlte 2012 rund 360 Millionen Euro für das Familienunternehmen aus Aichtal bei Stuttgart. Als Firmengründer Karl Schlecht Putzmeister zum Verkauf stellte, hatten sich gleich fünf Bieter aus China gemeldet. Wenig später griff die chinesische XCMG beim Putzmeister-Konkurrenten Schwing zu.

Kunstoffmaschinen-Fertigung im Werk von KraussMaffei in Allach bei München

KraussMaffei
ChemChina bekam Anfang des Jahres 2016 den Zuschlag für den Münchener Spezialmaschinenbauer KraussMaffei. Das Traditionsunternehmen stellt Spritzgießmaschinen für die Verarbeitung von Kunststoff und Gummi her. Der Chemieriese lässt sich die Übernahme 925 Millionen Euro kosten. Wenig später macht ChemChina mit einem weit teureren Zukauf weltweit Schlagzeilen: Der Schweizer Pflanzenschutz-Spezialist Syngenta kostet 43 Milliarden Dollar. ChemChina ist Chinas größter Chemiekonzern und hat mit rund 140.000 Mitarbeitern 2015 einen Umsatz von rund 42,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Rund 48.000 der Mitarbeiter sind außerhalb Chinas tätig.

EEW-Müllverbrennungsanlage in Saarbrücken

EEW Energy from Waste
Die chinesische Holding Beijing Enterprises übernahm den Müllverbrennungsspezialisten EEW Energy from Waste Anfang 2016 für rund 1,8 Milliarden Euro. Der schwedische Finanzinvestor EQT verkaufte die 18 ehemals zu Eon gehörenden Müllverbrennungsanlagen. Die Übernahme zeigt den Trend in China: Umwelttechnik ist gefragt.

Hauck und Aufhäuser

Hauck & Aufhäuser
Der chinesische Finanzinvestor Fosun bot 210 Millionen Euro für das Frankfurter Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Die Eigentümer, vor allem reiche Unternehmerfamilien, schlagen ein. Nach langer Prüfung durch die Finanzaufsicht BaFin wurde der Deal im September 2016 abgeschlossen.

Tom Tailor Flagshipstore, Ladenfront

Tom Tailor
Am Modehändler Tom Tailor hält der Investor Fosun knapp 30 Prozent. Anfang Januar 2016 hatte Fosun, die Firma des Milliardärs Guo Guangchang, allerdings angekündigt, die 30-Prozent-Schwelle nicht überschreiten zu wollen. Ansonsten müssten die Chinesen den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten.

Mehr zum Thema: Wer ist Fosun?

Schumag-Logo

Schumag
Auch kleinere Unternehmen sind im Visier der Chinesen. Bereits im Jahr 2014 hatte eine Vermögensverwaltungsgesellschaft im Besitz von Miaocheng Guo aus Hangzhou den Präzisionsteilehersteller Schumag übernommen. Der Zulieferer arbeitet vor allem für Automobilhersteller und Medizintechnik-Unternehmen. Beliefert werden unter anderem Kunden wie Bosch, Caterpillar, Scania, ThyssenKrupp, Siemens, Conti oder auch Philips. Seinerzeit wurde Schumag mit rund 5,4 Millionen Euro bewertet.

Alba-Container vor dem Berliner ICC

Alba
Nicht nur deutsche Hightech-Firmen, sondern auch Abfallentsorger sind ein begehrtes Übernahmeziel chinesischer Unternehmen. Die chinesische Unternehmerfamilie Deng steigt beim hoch verschuldeten Berliner Recyclingkonzern Alba ein. Sie erwirbt die Mehrheit an zwei Sparten: das Recycling-Geschäft in China und - viel wichtiger - die Service-Sparte in Deutschland, zu der die Abfallsortieranlagen und das Duale System von Interseroh bei der Sammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen mit dem "Grünen Punkt" gehören. Die Service-Sparte gilt als das Tafelsilber von Alba, die die Nummer zwei auf dem deutschen Markt sind.

Mehr zum Thema: Chinesen heiß auf deutschen Müll

Ista Deutschland
Den größten China-Deal überhaupt machte der Essener Heizungs- und Wasserableser Ista. Das profitable Unternehmen ging im Juli 2017 für 4,5 Milliarden Euro an den Hong Kong-Milliardär Li Ka-shing, der es in seine Holding CK Hutchison mit seinen zahlreichen Tochterfirmen integrierte.

Rote Osram-Schriftzüge

Der Münchener MDax-Konzern Osram, einst selbst Teil von Siemens, spaltete 2016 sein Geschäft mit klassischen Leuchtmitteln unter dem Namen Ledvance ab und stellte es ins Schaufenster. Käufer waren für insgesamt rund 500 Millionen Euro der chinesische Leuchtmittelproduzent MLS sowie die Finanzinvestoren Yiwu und IDG. Das Geschäft wurde zum 1. März 2017 wirksam. Gute Nachrichten kommen seitdem aber kaum noch. Aktuell soll das Werk in Augsburg geschlossen werden.

Bosch-Konzernzentrale in Stuttgart

Autozulieferer Bosch verkaufte seine Turbolader-Gemeinschaftsfirma mit Mahle (BMTS) 2017 an den chinesischen Private-Equity-Investor Fountain Vest Partners. Der Preis blieb ungenannt. Bosch und Mahle wollten nicht mehr in das Geschäft investieren.

Beim fränkischen Autositzhersteller ist das chinesische Unternehmen Ningbo Jifeng sogar 2017 als weißer Ritter im Kampf gegen die bosnischen Hastor-Brüder aufgetreten. Die Chinesen halten 25,5 Prozent der Anteile und damit die Sperrminorität.

Türme der Deutschen Bank vor dunklem Himmel

Deutsche Bank
Spektakulär ist der Anteil des chinesischen Mischkonzerns HNA an der Deutschen Bank. Über die österreichische Investmentgesellschaft C Quadarat hielten sie bisher 9,9 Prozent der Anteile an der Bank. Mittlerweile ist der Anteil an der Bank aber auf 8,8 Prozent reduziert worden. Denn zuletzt hatte es um die hohe Schuldenlast des undurchsichtigen Konzerns negative Schlagzeilen gegeben. Dieser mus nun massiv Beteiligungen verkaufen. Wie transparent ist HNA und vor allem, woher kommt das Geld? Fragen, die bis heute offen sind.

Mehr zum Thema: HNA baut Anteil an Deutscher Bank ab

Dialog Semiconductor-Prozessor für Highend-Desktop-Telefone

Dialog Semiconductor
Auch am Apple-Zulieferer und Chipproduzenten Dialog Semiconductor aus dem TecDax ist ein chinesisches Staatsunternehmen beteiligt. Tsinghua University hat zuletzt seinen Anteil auf über neun Prozent ausgebaut und ist damit größter Einzelaktionär.

Umspannwerk von 50 Hertz

50Hertz
Auch ins deutsche Stromnetz wollen chinesische Investoren einsteigen. Der Industriegigant SGCC (Stae Grid Corporation of China) will sich mit 20 Prozent beim Berliner Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz einkaufen. Dieser war nach der Wiederbereinigung aus der VEAG hervorgegangen, die dann an den schwedischen Vattenfall-Konzern ging, der wiederum verkaufte. 50Hertz gehört momentan zu 60 Prozent dem belgischen Übertragungsnetzbetreiber Elia, der Rest liegt in den Händen des australischen Infrastrukturfonds IFM Investors. IFM will nun offenbar die Hälfte seines Anteils an SGCC verkaufen. Elia hat ein Vorkaufsrecht. Sollte dies aber nicht wahrgenommen werden, wäre der Weg für die Chinesen frei. Investmentbankern zufolge sind die Kassen von SGCC derart prall gefüllt, dass die Belgier bei einem auf 800 Millionen bis einer Milliarde Euro geschätzten Preis kaum gegenhalten würden - zumal Elia mit seinem Anteil von 60 Prozent 50Hertz schon jetzt kontrolliert.

Biotest-Mitarbeiterin im Labor

Die Übernahme des mehrheitlich in Familienbesitz befindlichen Pharma- und Biotechunternehmens Biotest aus dem hessischen Dreieich (die Vorzüge sind im SDax enthalten) an die chinesische Great Group hat sich über ein Jahr hingezogen. Dies vor allem, weil aus den USA Widerstand kam, wo Biotest eine Produktionsstätte hat. Geboten wurden 1,3 Milliarden Euro. Seit Ende Januar aber sind die Schwierigkeiten behoben, damit ist jetzt der Weg frei für die Übernahme.

Geely SUV stellt sich Daimler in den Weg

Daimler
Jüngster China-Fall, der auch geeignet ist, politische Wogen zu schlagen, ist der Einstieg des Autobauers Geely und seines milliardenschweren Gründers Li Shufu bei Daimler. Geely hält 9,7 Prozent an Daimler, allerdings sind noch viele Fragen offen, wie die Chinesen den hohen Anteil erworben haben.

Mehr zum Thema: Droht Geely Millionenstrafe?