China verbietet Micron-Importe
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Patentstreit mit UMC China verbietet Chip-Importe von Micron

Stand: 04.07.2018, 08:40 Uhr

Harter Schlag für Micron: Ein chinesisches Gericht hat dem US-Konzern den Verkauf von 26 Chip-Produkten untersagt. Der taiwanesische Konkurrent UMC setzte das Verbot in einer Patentklage durch.

Die Taiwanesen werfen den Amerikanern vor, Patente bei Speicherchips und anderen Produkten verletzt zu haben. Die Klage ist Teil eines umfassenderen Streits zwischen den Unternehmen, bei der es auch um Vorwürfe in die andere Richtung geht. Im vergangenen Jahr verklagte Micron UMC und deren Partner Fujian Integrated Circuit. Dabei ging es um den Vorwurf, die beiden hätten Geschäftsgeheimnisse der Amerikaner gestohlen.

Nun hat ein chinesisches Gericht UMC offenbar Recht gegeben. Die Richter verboten dem US-Chiphersteller Micron Technology den Verkauf vieler seiner Produkte nach China. Betroffen seien 26 Micron-Produkte wie Arbeitsspeicher- und Flash-Speicherchips. Micron selbst wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Das Unternehmen sei noch nicht über die Entscheidung informiert worden.

Micron-Aktien sacken ab

An den Börsen sorgten die Neuigkeiten für deutliche Reaktionen. Die Aktien von Micron schlossen in New York 5,5 Prozent tiefer. Die Papiere von UMC legten in Taipeh um fast vier Prozent zu. Zuletzt waren die Titel von Micron gut gelaufen. Auf Einjahres-Sicht stiegen sie um über 70 Prozent.

Micron trifft das China-Importverbot hart. Der Chiphersteller erzielte im vergangenen Jahr die Hälfte seines gesamten Umsatzes im Reich der Mitte. China ist der größte Markt für Halbleiter. Allerdings sitzt keiner der zehn weltgrößten Halbleiterhersteller im Reich der Mitte. UMC wurde zwischenzeitlich vorgeworfen, dass das Unternehmen China helfen wolle, die eigene Chipindustrie nach vorn zu bringen

Der zugespitzte Konflikt zwischen Micron und UMC könnte den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit weiter anheizen. Am Freitag sollen 25-prozentige Sonderzölle der USA auf chinesische Importe in Kraft treten, auf die Peking wohl in gleicher Art und Weise antworten wird.

nb